Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 136 (sequence 140)
- Language
- German
- Belongs to
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136 Umschau. geherrscht habe, ist fleißig behandelt. Doch bleibt auch hier Einzelnes zu berichtigen. So ist in Makkoth 20 a gar keine Rede von Khethib-Kere in Lev. 21, 5 (gegen S. 81), die Stelle Menachoth 89 b zu Lev. 23, 13 (das.) ist unrichtig wiedergegeben. In Megillah 25 b (S. 82) steht allerdings in unfern Ausgaben als Khethib מימי שיניהם, allein das מימי ist falsch, wie es auch in Soferim nicht steht. In der Quelle, der Thoßestha — auf welche der Vfr. nicht hinweist —, fehlt überhaupt, wie das Khethib lautet, und im Jeruschalmi wird der ganze Gegenstand nicht besprochen, die Anführung des Vfrs. ist unrichtig. — Die drei לו im PenLaLeuche, welche angeblich לא gelesen werden (S. 84), machen eine weitere Besprechung erforderlich. Hier nur in Kurzem Folgendes. Während Exod. 21, 8 beide Lesarten einen Sinn geben, wenn auch mit wesentlicher Modificirung der Auffassung, so ist das angebliche Khethib לא Lev. 11, 21. 25, 30 geradezu widersinnig. In der That geht aus den thalmudischen Stellen hervor, daß sie von einem לא mit Ales hier gar Nichts wissen, nur fassen sie das אשד לו nach ihrem eigenthümlichen Deutungsverfahren dahin auf, daß es nicht, wie der constante Sprachgebrauch ist, heiße: ״welches hat", sondern ״welchem wird"' so daß nicht ein dauernder, sondern ein vorübergehender Zustand damit bezeichnet werde, der also entweder einmal so gewesen und nicht mehr ist oder umgekehrt noch nicht vorhanden, aber eintreten wird. Aus dem אלפ שאין לו עכשיו bildeten sich nun erst klügelnde Abschreiber das Khethib לא. Auch die 'Jttur Soferim (S. 86) müssen schärfer gefaßt werden; sie haben Nichts mit den karjan welo khethiban gemein, denn man verlangt nicht, daß ein in unserm Texte nicht besinnliches Wav dennoch gelesen werde. Im Gegentheile sind sie wirkliche Correcturen ungenauer Abschriften, die das Wav hinzugefügt hatten. Auch über die sogenannten verkehrten Nun ist der Vfr. S. 91 im Umklaren. Er scheint (Anm. 177) meine Ansicht nicht zu verstehn. Sie sind Klammern, welche darauf hindeuten, daß die Stellen versetzt sind. Dies geht mit aller Bestimmtheit aus den Angaben der Alten darüber hervor. — Eine ganz neue Kunde bringt uns der Vfr. (S. 92), daß R. Hillel seine Ansicht, Hiskia sei bereits der Messias gewesen, aus dem Schluß-Mem in למרבה Jes. 9, 6 erschlossen habe. Die Gemara weiß davon Nichts. Wir haben bei diesen Einzelheiten länger verweilt, weil bei der Seltenheit, mit welcher christliche Gelehrte diese Quellenstudien