Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 137)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Umschau. 133 keine babhl. Handschrift von der Thorah, den ersten Propheten und den Hagiographen besitzen. — Ein seltsames Versehen begeht der Vfr. auf derselben Seite, wenn er zu Zachar. 14, 5 Worte im Namen Aben Esra's anführt, welche Kimchi angehören *), und dabei begegnet ihm ein noch ärgeres Mißverständniß. Kimchi bemerkt nämlich, Jonathan übersetze, wie wenn es בסזגם laute, so finde sich auch in einigen Handschriften, und fährt dann fort: ״er sagt, die Ostländer lesen also". Wer das sagt, ist nicht angegeben; offenbar fehlt entweder nach ואפלל in unfern Ausgaben: א ע) זללא בע), Aben Esra, oder es muß ואבללו, sie sagen, man sagt, heißen. Nun aber führt kurz vorher, jedoch in Beziehung auf einen ganz andern Gegenstand, Kimchi eine Auffassung des Maimonides an, und so nimmt Hr. Str. denn an, daß K. mit dem ״er sagt" auch auf Maim. ziele — der jedoch dessen gar nicht gedenkt —, und so fügt er denn auch frischweg in Klammern hinzu: הלם־בם. So wird bei ihm nun gar eine Stelle daraus, in welcher A. E. den Maim. anführt! Weiter handelt der Vfr. über die Seltenheit hoch hinaufreichender Bibelhandschriften. Ganz richtig bemerkt darüber Walton, daß man, nachdem Text und Bocalisation einmal in bestimmter Form festgestellt waren, alle älteren Exemplare, die, sei es im Consonantentexte oder in der Punctation, davon abweichen, als untauglich absichtlich beseitigt habe. Wenn dem Vfr. Dies mißfällt, so ist Dies nur ein Beweis, daß man vor zwei Jahr- Hunderten bereits einen unbefangeneren Einblick in die Geschichte des Textes gewonnen hatte, als jetzt. Fleißig ist die Zusammenstellung dervorhandenenHandschriften, die im Anhänge noch vermehrt wird. Allerdings läßt auch da Manches sich bemerken, doch hat der Vfr. gesundes Urtheil genug, um sich vor phantastischen Ueberschwänglichkeiten zu bewahren, mit denen unkritische Köpfe das Alter ihrer Handschriften hinaufzuschrauben bemüht sind. Ueber Ben-Ascher kommt er freilich nicht ins Reine, und verdiente die Behauptung von dessen angeblichem Karäerthume gar keine Erwähnung. — Die Odessaer Codices, *) Auf das falsche Abraham b. ״Dior" (S. 36 Anm. 79) st. David und ״Aben 'Ezra zu Proo." statt Moses Kimchi sei hier gelegentlich hmgewiesen.