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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1875-01-01 · 1-2 (1875) · p. Seite 129

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
11 (1875)
Issue
1-2 (1875)
Date
1875-01-01
Page
Seite 129 (sequence 133)
Language
German
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Baer: Psalmen. 129 8. ספר תחלות. Liber Psalmorum Hebraicus atque Latinus ab Hieronymo ex Hebraeo conversus. Consociata opera ediderunt Constantinus de Ti Schendorf, 8. Baer, Fr. Delitzsch. Leipzig, Brockhaus. 1874. XVI und 190 Seiten kl. 8 (davon 132 Doppelseiten hebr. und lat.). Den Ausgaben der Genesis und des Jesaias durch Hrn. S. Baer (vgl. diese Ztschr. Bd. X S. 187ff.) folgt hier nun in werden des Mondes anzunähern, ist für jeden Sachkundigen so hinfällig, daß ich im Texte näher darauf einzugehen für überflüssig gehalten. Denn wäre Dies wirklich die Absicht der Begründer des Ibbur gewesen, so würden sie eine allgemeine Dechiah angeordnet haben, nämlich das Neujahr niemals am Tage des Molad selbst, sei Dies welcher Wochentag es wolle, einzusetzen, sondern es regelmäßig auf den folgenden Lag zu verschieben, da ja bekanntlich der Neumond niemals am Tage der mittleren Conjunction sichtbar ist. Warum sollte also nur an אד ו verschoben werden, während an בגד? ז, wenn der Molad auch nur einen Augenblick vor Mittag eintrifft, das Neujahr an demselben Tage gefeiert wird? — Auch das Verschieben des ״alten Molad" läßt sich durchaus durch keinen vernünftigen Grund rechtfertigen, wie daran alle früheren Schriftsteller über jüdisches Kalenderwesen gescheitert sind. Doch habe ich dessen geschichtliche Entstehung in meinem Jeffode ha- 'Ibbur (2. Aufl. S. 50—55) bereits dargelegt. Es ist daselbst nachgewiesen, daß alle astronomischen Grundlagen der jüdischen Zeitrechnung, nämlich die Zeitdauer des Mondmonats als 29, 12' 793", der Molad בד? *־יד, der Thakufoth 7, 9' 642", sämmtlich den ptolomäischen Tabellen entlehnt sind (vgl. m. Aufsatz in Frankens Monatsschrift 1844 April); nach diesen aber wird der Molad, sobald er einen Augenblick nach Mittag eintrifft, nach dem folgenden Tage benannt, weil Pt. den Anfang des Tages durchgehends mit Mittag berechnet, 24 Stunden von einem Mittag bis zum andern, wie Dies noch heute bei den Astronomen üblich ist. Demgemäß haben die jüdischen Kalendergelehrten festgeftellt, daß wenn der Molad nach Mittag eintritt, er dem folgenden Tage zugerechnet und Neujahr auf diesen verschoben werde. Sie hielten dafür daß Dies auch in der Thalmudstelle (Rosch ha-Schanah 20 b) נולד קודם חצות בידוע עגכראד? סמוך לשקיעת ד!חמח לא כולד קודם חצות וכו' ausgedrückt sei. Sie glaubten, unter חצות sei hier Mittag zu verstehn, während es Mitternacht bedeutet, wonach der Satz mit dem wirklichen Sichtbarwerden des Mondes übereinstimmt, wie Dies in meinem erwähnten Buche (2. Auflage S. 56) erörtert ist. Ein ähnliches Mißverständniß hat sich das. 25a eingeschlichen. Dorr heißt es: Einst war der Himmel von Wolken umzogen, und es schien, als dringe am acht^ und zwan- ף In unsern Ausgaben steht ותשעח, allein Handschriften (vgl. Rabbinovicz in Dikduke Soserim z. St.) lesen!וטובעה. G. Vierteljahresschrist XI. 1. 2. 9

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