Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 130)
- Language
- German
- Belongs to
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126 Recensionen. man muß doch immer mehr geneigt sein anzunehmen, daß sie nach dem Abschluß des Talmuds waren, als während der talmudischen Zeit, indem der Talmud selbst dagegen spricht. — Man stehet aber, wie der Vers, hier in seinen ״astronomischen Untersuchungen" den astronomischen Weg verloren hat, denn er findet nach seiner Berechnungsart, daß im Jahre 359 die Annahme der Kalender- Verfasser weit näher mit der astronomischen Beobachtung übereinstimmend war, als im Jahre 497, während in der That grade das Gegentheil sein muß. Wenn im Jahre 359, wie er findet, noch ein Fehler von 14^ war, so muß schon im Jahre 497 dieser Fehler ganz verschwunden sein; er behauptet demnach mit Unrecht daß meine Ansicht dadurch widerlegt sei, daß die Kalender-Verfasser weit später waren, und keine großen Fehler begangen haben. Die Hypothese des Verf. trägt aber noch einen andern Widerspruch in sich, er behauptet nämlich, daß die Kalender-Verfasser damals mit ihren astronomischen Kenntnissen ihre Zeit übertroffen haben, indem sie das Zeitmoment des Frühlings, wenn auch mit einem Fehler von 14^, doch immer genauer als die Angäbe der Ptolomäischen Tafeln, bestimmt haben, folglich wußten sie schon damals, daß der Frühling von Zeit zu Zeit, vom Molad immer zurücktritt. Wie konnten sie nun aber in ihrem Kalender annehmen, daß der Frühling in Bezug zu dem Molad immer constant bleibt, wie konnten sie uns als festgesetztes Prinzip überliefern, daß in jedem Anfänge des Cyklus der Frühling genau um 35 911) מ, תדמ״ב') vor dem Molad Nissan eintrifft? Ein schlagender Beweis, daß der jetzige Kalender in der talmudischen Zeit noch nicht existiren konnte, läßt sich thatsächlich aus dem Kalender selbst Nachweisen; denn im Jahre 360, in welchem wie der Verf. glaubt, er von Hillel festgesetzt worden sein soll, fiel das Pesach-Fest nach unsrer jetzigen Kalenderberechnung am 18. März!, also um 2 Tage vor der Nachtgleiche, gegen das Hauptprincip, welches Hillel in seinem Kalender festgesetzt haben soll, ja selbst noch später, ..ämlich im Jahre 493, 512 finden wir das Pesach-Fest am 18. März. Der Verf. behauptet, daß die vellijotk, welche man im Talmud findet, ein unwiderleglicher Beweis dafür seien, daß man schon damals den jetzigen Kalender hatte, dem ist aber nicht so. Verlegungen finden wir auch in den alten Zeiten, als man noch