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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1875-01-01 · 1-2 (1875) · p. Seite 125

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
11 (1875)
Issue
1-2 (1875)
Date
1875-01-01
Page
Seite 125 (sequence 129)
Language
German
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Schwarz: Kalender. 125 In dieser Tabelle sind links die Jahre genannt, welche von 326 bis 497, am Anfänge jedes 19 jährigen Cyklus waren, nebenbei ist die Zeit angegeben, wann die Frühlings-Nachtgleiche in diesen Jahren eingetroffen, und wann der Molad Nissan damals war, durch welche man wieder die Zeit-Differenz dieser beiden Momente dabei findet. Aus dieser Tabelle ist also zu ersehen, daß vor dem Jahre 402 der Molad Nissan immer vor der Nachtgleiche war, von Cyklus zu Cyklus aber derselben sich näherte, bis im I. 421, wo der Molad die Nachtgleiche überschritten, und mit jedem nachfolgenden Cyklus sich immer weiter von ihr entfernt hatte. Nun nehmen wir mit der Hypothese des Verfassers an, die Begründer des Kalenders hätten als Hauptprincip ihres System's angenommen, daß am Anfänge jedes 19 jährigen Cyklus der Frühling genau um 9h, 35J vor dem Molad eintreffen müsse; so bestätigt ja eben diese Voraussetzung nur das, was ich und Pineles schon längst nachgewiesen haben, daß nämlich die Begründer des Kalenders um's Jahr 497 d. h. beim Abschlüsse des Talmuds lebten, weil nur damals, wie aus der Tabelle zu ersehen ist, ihre Annahme mit der Beobachtung übereinstimmend war. Der Vers, hingegen will diese Zeit weit zurück um das Jahr 359 versetzen und ist zur Annahme gezwungen, daß sie in der Zeitbestimmung der Nachtgleiche um 14^ gefehlt haben, denn anstatt daß der Frühling eigentlich um 5^ nach dem Molad war, glaubten sie, er sei 9h 35' v or dem Molad gewesen, welches sie auch irrthümlich in ihrem Kalender festsetzen. Es ist merkwürdig wie der Verfasier, durch eine vorgefaßte Meinung der alten Chronologen, daß nämlich der Kalender von Hillel eingeführt sei, geleitet, sich selbst dem Boden jeder strengen wissenschaftlichen Untersuchung entzogen hat. Denn nach seiner Voraussetzung, daß die Begründer des Kalenders zu ihrer Zeit einen bedeutenden Beobachtungsfehler begangen haben, wird die ganze Untersuchung darüber fruchtlos, und die Frage, wann die Begründer gelebt, kann nie zur Entscheidung kommen, weil wir jede beliebige Zeit für die Begründer annehmen und den für diese Zeit gefundenen Fehler ihnen als einen Beobachtungsfehler zuschreiben können. Aus welchem Grunde nimmt also der Verf. an, daß die Begründer um's Jahr 359 waren, und um 14** gefehlt, und nicht vielmehr, daß sie z. B. im I. 516 gelebt und einen Fehler nur von 2^ begangen haben? Denn

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