Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 125)
- Language
- German
- Belongs to
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Merx: Hiob. 121 als transponirt für das chald. לעס oder auch so gelesen 1). Abgesehen von dem Werthe dieser Uebertragung an der bezüglichen Stelle, ist jedenfalls das Wort in den hebr.-aram. Sprachschatz der Sptg. aufzunehmen, der mir noch sehr wenig gesichtet scheint. Ich erinnere' daran, daß Gesenius in seinem Commentare die Lesart der Sptg. Jes. 23, 10 aus unserm Texte eonstruirend, die Bemerkung macht: ״Für das sinnlose ארבות (dort durch 71101a wiedergegeben) muß אניות gelesen werden". Es kommt jenes Wort im Talmud aber öfter in der Bedeutung ״Schiff" vor und wird Jes. 25, 11 im Bibeltexte selbst von Luzzatto so gedeutet. Auch Paronomasien und Assomanzen, überhaupt Redefiguren, sind bei der biblischen Exegese, meines Erachtens, noch nicht genug gewürdigt worden, wobei ich durchaus nicht verkenne, daß die Gefahr der subjektiven Auffassung hier noch viel näher liegt, als in der, wenn erst in ihrem Gesetze erkannt, sehr wichtigen strophischen Gliederung. Ich kam darauf, weil Merx 9, 27 פני nach אבליגזר setzen will, während sicherlich auf dieses letztere הבל איגע zurückschlagen soll, was sich markiren muß. Eine solche Paronomasie tritt auch 7, 20 hervor in כלה אפעל לך und לבלפגע לך. Ließe sich eine Norm dafür aufstellen, würde es auch für die richtige Aussprache der Buchstaben von Bedeutung sein. Ich bin der Ansicht, daß die Paronomasie, um einen Effekt hervorzubringen, und, worauf Wohl, bei dem Mangel eines Versmaßes, Gewicht zu legen ist, für die Dauer zu erhalten, auf die Wahl des Ausdruckes von größtem Einflüsse war. Jes. 32, 14. 15 soll der Gegensatz in der Situation durch ein Wortspiel auch in der Darstellung gekennzeichnet werden, daher die aneinander anklingenden Ausdrücke בלרעה עדרים ,בעד בלערות und עד יערה. Hitzig's Bemerkung z. St., daß עדרים vielleicht dadurch veranlaßt sei, daß bei בחן־ Jesaja an dessen frühere Bestimmung zum בלגדל עדר dachte, würde sich damit viel einfacher erledigen. Bewundert habe ich diese Redefigur stets Jes. 10, 11 und 12, wo לעצביה und יבניע einander gegenüberstehen. Es ist daselbst der Wendepunkt in der Rede des Propheten, der dadurch auch äußerlich einschneidend hervortritt: Du glaubst, gegen nichtige Bilder anzu- ג) Dies ist wohl auch der Sinn des Variante zum Thargum im Codex der Breslauer Stadt-Bibliothek vom I. 1232, nämlich ולא יעכל. G.