Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 126)
- Language
- German
- Belongs to
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122 Recensionen. kämpfen, ruft der Gottesmann dem hochmüthigen Heiden zu, während der Herr dich nur so lange gewähren läßt, als es mit seinem göttlichen Plane übereinstimmt. Ich benutze diese Gelegenheit, unabhängig von der in Rede stehenden Bearbeitung, zum Schlüsse noch zwei Stellen im Hiob zu besprechen. 7, 3 läßt sich לי nach דיתלתי schwer erklären. Ich vermuthe, daß der Abschreiber das im zweiten Gliede sich findende ליילות hatte schreiben wollen und erst nach dem zweiten Buchstaben seinen Jrrthum gewahr wurde. Etwas Aehnliches liegt Ruth 3, 12 vor, wo ich mir das von der Massora gestrichene אם so erkläre, daß der Kopist bei dem ersten לי zu stehen wähnte und אבלים wiederholen wollte. Zu 33, 21 habe ich, mit Rücksicht auf diese Zeitschr. Bd. V. S. 314, nur zu notiren, daß bereits Arnheim לאו für לרו hält. Sollte vielleicht Jes. 44, 16 לאיתי אול in diesem Sinne zu fassen sein, zumal die erste Vershälste mit ויטובע schließt? Egers. 7. Der Jüdische Kalender historisch und astronomisch untersucht. Eine vom jüdisch-theologischen Seminar gekrönte Preisschrist von Dr. Adolf Schwarz. Breslau 1872. Wie wenig Bestimmtes wir in unsrer Geschichte, über die Zeit wann unser jetziger Kalender bei uns eingeführt worden ist, finden, kann uns doch die Astronomie hier mehr Hilfe leisten, als sonst bei irgend einer andern historischen Untersuchung. Denn da das Kalendersystem selbst auf astronomischen Grundlagen aufgebaut ist, so läßt sich Wohl denken, daß bei guter Anwendung mancher astronomischer Berechnungen, man auf die Spuren kommen kann, zu welcher Zeit die Begründer dieses Kalenders lebten, die solche astronomische Daten gefunden haben. — Ob der Verfasser in seinem vorliegenden Werke solche astronomische Hilfsmittel mit Vortheil benutzt hatte, glaube ich kaum, daß ein sachkundiger Leser ihm es zugeben werde; denn anstatt daß er sich der Astronomie bedienen soll, um auf den dunklen Weg der historischen Forschung einiges Licht zu werfen, ist sie bei ihm ganz für sich, als eine kurz gefaßte populäre Astronomie dargestellt, die mit dem Uebrigen keinen Zusammenhang hat, nur daß darin einige Beispiele angeführt sind, wie man vermittelst abgekürzter astronomischer Tabellen, Moldoth und Tekufoth auf dem astronomischen Wege berechnen