Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 120 (sequence 124)
- Language
- German
- Belongs to
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120 Recensionen. Merx' eigene Worte S. XXVI an, im Stande ist, von Gottes Allmacht an seine Gnade zu appelliren, ״immer wieder um Luther's Ausdruck zu verwerthen", heißt es bei ihm, ״von Gott an Got zu appelliren". Beiläufig gesagt, rührt dieser Ausdruck, welcher^ an die gegenwärtig recipirte Ausfassung von Hiob 16, 21 erinnert, nicht etwa erst von Luther her, findet sich vielmehr schon bei Gabirol, der gegen Ende der ״Königs-Krone" in seiner schmelzenden Weise Gott zuruft: ראם תבקש לערכי אברח נלכלך אליך; Ja, schon im Koran, Sura 9, 119 ist zu lesen: ״Es giebt keme Zuflucht vor Gott, außer zu ihm". Kehren wir zu der besprochenen Stelle zurück, so kann ich nur sagen, daß Merx, irregeführt durch die falsche Wortabtheilung und Buchstaben-Verwechslung der Sptg., die feine Wendung hier verkannt hat, und so ist es ihm, besonders wo die Möglichkeit einer tendenziösen Aendrung, aus dogmatischen Rücksichten, vorlag, fast durchweg gegangen. Hierher gehört 9, 20, wo er ביר und 7, 20, das bekannte Thikkun Soferim, wo er עליך liest, als ob Gott sich seiner in diesem Falle, was Hiob 6, 9 sehnlichst wünscht, nicht gar leicht hätte entledigen können. Als mindestens geschmackwidrig muß es Wohl bezeichnet werden, wenn 38, 14 ״Und alles in (בכלר) den Kleidern steht" übersetzt und dazu die Bemerkung gemacht wird: ״Die Beduinen schlafen nackt". Ebenso trivial erscheint die, 5, 5, wo ראל gelesen wird, mit Rücksicht auf den Strophenbau hinzugefügte Zeile: ״Aus den Krügen gießt's der Herr". Mit der Abtheilung nach dem vermeintlichen Strophenbau, worin übrigens eine große Sorgfalt nicht zu verkennen ist, hat es überhaupt sein Mißliches. So muß, nach des Verf. Schema, 3, 8 העתידים עררר לריתן die erste Zeile einer neuen Strophe bilden. Wie das möglich sei, erfahren wir in einer Note zu 6. 38, wo mit Berufung auf unsere Stelle, ein Mythus, ״daß die Sterne einen (himmlischen) Liviathan auf- Wecken", vorausgesetzt wird. Vielleicht die einzige Emendation, die sich empfiehlt, ist 8, 13, nach den Sptg., אחרית für ארחרת, worauf auch eine Vergleichung mit Ps. 37, 38, Prov. 23, 18 und Jer. 29, 11, wie nicht minder die Rückbeziehung auf V. 7, aus welchem auch ישכח wiederholt ist, hinweist. In dem von denselben 20, 18 gebotenen äfnaGTjTCQj ungekaut, erkenne ich die Uebersetzung von רלא יעלם,