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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1875-01-01 · 1-2 (1875) · p. Seite 111

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
11 (1875)
Issue
1-2 (1875)
Date
1875-01-01
Page
Seite 111 (sequence 115)
Language
German
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Berliner: Beiträge. 111 verdächtig, nicht minder die der letzteren zu Gen. 37, 26. Exod. 4, 13. Umgekehrt verdienen Stellen, welche für den gesunden Sinn dieser Schule neues Zeugniß ablegen, besondere Betonung, so z. B. wenn wir von Kara erfahren, daß er in der vielbehandelten Stelle Num. 16, 1 das ויקח gegenüber allen aggadischen Deutungen, die sich auch der Uebersetzer bemächtigt haben, richtig auffaßt, wie wir Dies auch bei S. b. M. gewahren. Wie gesagt, zur Bestätigung bereits feststehender Erkenntnisse, zur reicheren Belegung dient das hier von Hrn. B. Dargebotene und mag in dieser Beziehung mit Anerkennung ausgenommen werden, wesentlich neue Belehrung reicht es uns nicht 1). — Schon durch Aben Esra wußte man, daß die Massorethen sich mit den Angaben, wie wir sie von ihnen besitzen, nicht begnügt hatten, sondern daß sie ihren Bestimmungen über volle und defective Schreibung, über abweichende Punctation und Accentuation und dgl. auch aggadische Gründe anfügten, wie wir solchen Deutungen bereits in den Thalmuden und Midraschwerken begegnen. Aben Esra fertigt sie mit großer Mißachtung ab. Der tüchtige massorethische Kritiker Norzi kannte einen solchen Midrasch über voll und defect geschriebene Wörter, benützt ihn aber, trotzdem er sich nicht etwa ablehnend gegen das aggadische Deutungsverfahren verhält, dennoch zu seinen Zwecken sehr wenig. Neuerdings haben wir auch durch Pinsker (Lickule, Text S. 29—31) eine Reihe von Auszügen aus alten Massorah-Handschriften erhalten, in denen uns zwar nicht die aggadischen Deutungen gegeben werden, in welchen jedoch durch die starke Betonung der Fragen zu denselben angeregt wird, und die jedenfalls von Hrn. B. nicht übergangen werden durften. Dieser veröffentlicht nun (S. 36—45 hebr., 34—41 deutsch) einen solchen Midrasch nach einer Münchener Handschrift. Daß der Inhalt desselben ein ganz haltloses Spiel ist, das selbst der verkehrten Anwendung von Geist und Scharfsinn entbehrt, überrascht uns nicht; es mag dennoch als ein historisches Document über eine ehemals herrschende absonderliche Geistesrichtung nicht unwillkommen sein. Entschließt man sich einmal ein solches heraus- ף S. 28 ist zu Num. 27, 20 offenbar כבלוך st. כבלו und מפובדזו st. בלמוכדזר zu Lesen. — Unterdessen ist in Ha-Schachar IV eine reiche Nach- Lese aus Äara's Comm. zu den Propheten von Hrn. Dr. WoLs geliefert worden.

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