Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 106)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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102 Rcensionen. Sprachcharakter umgewandelt, und dasselbe Verfahren habe Chefez eingeschlagen. Nun besitzen wir, combinirt Hr. Fr., zwei Werke, die solche buchstäbliche Entlehnungen aus den großen Halachoth machen, nämlich das Haschkhem und das nun vorliegende Buch, das sich als Wehishir ergiebt, aber, nach Fr., nicht mit Haschkhem identisch ist; demnach ist anzunehmen, daß Chefez Verfasser des Wehishir ist. Diese Beweisführung ist, selbst wenn wir der Auffassung der Beweisstelle folgen, wie sie Hr. Fr. darlegt, sehr schwach und nur ganz lockere Vermuthung. Allein Hr. Fr. legt offenbar der Stelle einen ganz falschen Sinn bei. Wie ist es möglich, fragen wir, noch ehe wir die Stelle genauer prüfen, daß man Sammelwerken, die aus allen Orten Zusammentragen, dabei auch Einzelnes aus den großen Halachoth Kaira's, gerade nach diesem verhältnißmäßig geringen Bestandtheile das Gepräge aufdrücke? Von Chefez ist ferner kaum anzunehmen, daß er überhaupt hebräisch geschrieben, vielmehr schrieb er wohl durchaus arabisch, so daß wir weder seine Autorschaft des vorliegenden Buches annehmen dürfen — denn daß auch da einmal einzelne arabische Worte Vorkommen (S. LIII), ist nicht von Belang — noch von ihm aussagen können, er habe Kaira's Worte aus dem Aramäischen ins Hebräische übersetzt. Jedoch betrachten wir die Stelle selbst. Das Buch, dem sie angehört und das Gold, dem S. Oama' beilegt, ist kein anderes als dasjenige, welches Steinschneiderin einer Abhandlung: ״Schlachtregeln in arabischer Sprache" ausführlich besprochen hat; dieselbe ist in dieser Zeitschrift veröffentlicht, sich durch deren vier erste Bände hindurchziehend. Die hier in Betracht kommende Stelle befindet sich Bd. II der Ztschr. S. 77. Der Vfr. bespricht ״Hagramah", führt Judai's Ansicht darüber an, dann die sich anschließende des Simon Kaira in den großen Halachoth und fährt fort, der Vfr. des Haschkhem habe Kaira's Ansichten wörtlich ausgenommen, denselben Weg habe Chefez eingeschlagen. Es handelt sich demnach selbst für das Haschkhem nur um einen einzelnen Fall, bei dem dort Kaira's Worte, nur in hebräischer Form, vollständig wiedergegeben sind. Daß dies überhaupt das stehende Verfahren Haschkhems sei, fällt dem Vfr. gar nicht ein zu behaupten. Noch weit weniger will er Dies von Chefez aussagen, er bemerkt vielmehr nur, derselbe sei gleichfalls — natürlich in dem von ihm bekannten Sefer ha-mizwoth — der Ansicht Kaira's gefolgt, von der je-