Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 100 (sequence 104)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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100 Necensioneu. Inhalt des Büchleins und über die Ausstattung, die ihm zu Theil geworden. Wir haben nun noch die Bestimmung über Abfassungszeit und Verfasser desselben ins Auge zu fassen, was bei einer Schrift, die undatirt und anonym ist, immer der Untersuchung bedarf. Zunz legt sie dem zehnten Jahrhundert bei, und da sie in der Mitte des elften bereits als ein verbreitetes und in Ansehn stehendes Buch angeführt wird, so hat diese Zeitbestimmung hohe Wahrscheinlichkeit für sich, und wir finden in dem uns nun vorliegenden Werke keine Benützung eines Autors, der später gelebt hätte. Wenn Hr. Fr. das Buch in das elfte Jhrh. hinabrückt, so hängt das mit einer von ihm aufgestellten, aber unbegründeten, Annahme zusammen, auf die wir noch kommen werden. Zunz identificirt ferner, wie schon gesagt, Wehishir und Haschkhem, und die gleichlautenden Anführungen unter beiden Namen sprechen sehr entschieden dafür; solche Doppelnamen, von denen der eine von dem Anfangsworte entlehnt ist, werden uns nicht auffallen, wenn wir uns erinnern, daß der Midrasch zu den Psalmen auch Schocher tob, der zum Hohenliede auch Chasitha heißt und sonst noch. Wenn Hr. Fr. dagegen einwendet, daß manche Citate aus Haschkhem bei alten Schriftstellern nicht vollkommen mit der uns vorliegenden Handschrift übereinstimmen, und er daher in dieser das Wehishir erblickt, das Haschkhem aber als ein zwar ähnliches, aber doch verschiedenes Werk betrachtet, so ist seine Beweisführung nicht zutreffend. Die Abweichungen sind sehr unwesentlich, nicht auf Widersprüche hinauslaufend, sondern blos Kürzungen hier oder dort, Aenderungen im Ausdrucke; wer nun weiß, daß die Schriftsteller bei Benützung solcher Bücher, die doch von keiner so imponirenden Autorität waren, auch die Abschreiber, namentlich wenn Kenner für sich selbst Abschriften anfertigten, was bei solchen Schriften von immerhin geringerer Geltung meistens geschah, sich mit großer Freiheit benahmen, wird an diesen unwesentlichen Verschiedenheiten keinen Anstoß nehmen. Hr. Fr. behandelt überhaupt diesen Gegenstand sehr abspringend, flüchtig und in ungeordneter Weise; die Vertröstung auf den folgenden Band war hier ganz ungeeignet und nachdem Zunz schon so vorgearbeitet ף, gar nicht am Platze. r) Selbst diese Vorarbeit ist ungeordnet wiedergegeben, und ist die Uebersicht ganz gestört, einmal sogar sind Z.' Worte aus Flüchtigkeit mißverstanden. Z. bemerkt, das Buch sei irrthümlich als דובד־^יר in (£0(00 §. 128