Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 98 (sequence 102)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2420973-2421010-2421011--3345-2424033- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
98 Reeenstonen. heißen müßte: אפילו (לא) שייר (אלא) כל שהוא חולין. Wie es jetzt lautet, bedeutet es, es muß soviel profane Frucht übrig bleiben, daß sie auch mit Recht diesen Namen trägt, d. h. daß sie der überwiegende Bestand bleibt, von dem blos ein Theil hinweggenommen ist. Faßt man die Autoritäten in's Auge, so wird man gleichfalls voraussetzen müssen, daß der an den Vorzügen und dem Genuß des Priesterthums festhaltende Jsmael demselben nicht geringere Rechte zuerkennen wird als der demselben weit weniger günstige Akiba. Hr. Fr., der sonst so gern pilpulisch abschweift, beobachtet hier Stillschweigen. — Noch weniger darf man erwarten, daß auf Seltsamkeiten, wenn sie dem halachischen Gebiete abselten liegen, aufmerksam 'gemacht werde. Nach Mechiltha Nesik. 6. 18 heißt es hier S. 138, man solle einen Proselyten nicht mit Worten kränken, nicht zu ihm sagen: gestern wärest Du עובד לבל קורס כבו; das klingt, wie wenn der Vfr. der Mechiltha, dem unser Büchlein nachschreibt, in Jes. 46, 1 auch קורס als dem Namen der Gottheit angehörig betrachtete! Hr. Fr. giebt darüber keinen Aufschluß. — Wenn Hr. Fr. eine thalmudische Stelle berührt, die eine Handhabe für die Bibelkritik bietet, wie die über Unsicherheit mancher Satzabtheilung (S. 187 Anm. 4), so muß man natürlich auf jedes einsichtsvolle Wort verzichten. Denselben Mangel an Kritik gewahrt man auch sonst. Der Commentar zu Aboth 6. 6 wird im Namen des Mairnonides angeführt (S. 153, Anm. 6), obgleich es längst erkannt ist, daß das Stück zum 6. Capitel, welches keine Mischnah ist, nicht dem Maimonides angehört. Welchem Zeitalter das Büchlein über die Anfertigung der Stiftshütte angehört, dem das vorliegende Buch zu Abschn. Tezaweh so viel nachschreibt, ist eine Frage, die Wohl hier ihre Erledigung verdiente; Hrn. Fr. kommt die Frage, in Mitten emer pilpulischen Discussion in den Wurf, es fällt ihm ein, ob es denn etwa älter sei als Samuel, allein darüber zu verhandeln liegt ihm aus dem Wege (S. 190 Anm. 1). So darf es uns nicht befremden, daß der klare Simon ben Zemach Duran weit mehr kritischen Sinn hat als der fast ein halbes Jahrtausend ihm nachfolgende Jünger (S. 195 Anm. 1). — Wenn ich es aufrichtig bekennen soll, hat mich unter allen, oft sehr weitläufigen Ausführungen des Commentars nur eine einzige angesprochen, der Nachweis nämlich über die alte Form ובלאחבתך für אחד קדשת im Gebete für Freitag Abend (S. 245 Anm. 4).