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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1875-01-01 · 1-2 (1875) · p. Seite 97

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
11 (1875)
Issue
1-2 (1875)
Date
1875-01-01
Page
Seite 97 (sequence 101)
Language
German
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Freimaiin: Webishir- 97 nicht daran, daß es Hr. Fr. sebst nicht einfällt, diesem Ausspruche für sein eigenes Leben Folge zu geben und von Andern dafür Nachachtung zu verlangen. Aber es ist eben ein gedankenloses Treiben, mit dem man sich in diesen verwüsteten scholastischen Irrgärten ergeht, und für das ganze Verfahren charakteristisch, gerade wie der Pilpul über eine Soharstelle (Anm. zu S. 161 ,פא)! Es ist, als spräche ein Rabbi aus dem vorigen Jahrhundert, der von allen wissenschaftlichen Resultaten der Gegenwart und deren Anforderungen keine Ahnung hat. Man darf daher hier nicht Resultate der thalmudischen Kritik suchen, wenn sie auch nunmehr vollkommen gesichert sind und allseitige Anerkennung und Verbreitung gefunden haben. Es klingt z. B. wie vorsündfluthlich, wenn, nachdem nun die eigenthümliche Stellung Jsmaels und der in seiner Schule angelegten Baraitha- Sammlungen, sein Verhältniß zu Akiba so wohl erkannt ist, man bei dem Herausgeber (S. 214 Anm. 9) ganz ohne Bedenken die Worte citirt liest, Akiba sei der Lehrer Jsmaels gewesen! Natürlich entgehn Hn. Fr. auch die fruchtbaren Folgerungen, welche sich aus Jsmaels Verhältniß zur Mechiltha, aus seiner mehr priesterlrchen Richtung für die genauere Feststellung der in seinem Namen vorgebrachten Ansichten ergeben. So sind offenbar in j. Kidd. 2, 1 die Worte Jsmaels כל טגד!וא בא בלחבלת אדוניו aufzufassen: nur insofern es von dem Herrn selbst geschieht, im Gegensätze zu Akiba, der auch die Vornahme durch einen Bevollmächtigen gestattet, לרבות העזליח, und so sind Jsmaels Worte entsprechend denen der Mechiltha (Nesikin 6. 2): הוא ולא עגלוחו. Das mißversteht Hr. Fr. S. 121 Anm. 2. — Es wäre sicher ungerecht zu verlangen, daß Hr. Fr. etwa von der landläufigen Erklärung abgehen solle, nachdem er das Verfahren des Hrn. Weiß, die Mechiltha abweichend von der Gemara zu erklären, als sehr bedenklich abweist (S. 117 Anm. 1). Lesen wir nun etwa in unserem Büchlein S. 146, nach Anleitung von M. Therumoth 4, 5, daß Jsmael von demjenigen, der mehr als üblich und erforderlich Priesterhebe spendet, doch verlangt, daß er nicht mehr als die Hälfte der ganzen Frucht gebe, בלחצה חולין ובלחצה תרובלה, daß Akiba und Tarfon aber sagen: עד טזיעגייר טגם חולין, so ergiebt schon der Sprachausdruck des letzten Satzes, daß Akiba und Tarfon nicht — wie die rabbimschen Erklärer annehmen — sich mit einem noch geringeren Ueberreste profaner Frucht begnügen, indem dann עד ganz unpassend ist, es vielmehr Bierteljcchresschrift XI. 1. 2. 7

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