Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 78 (sequence 82)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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78 VII. Goldziher. und Untergebenen unseres Herrn, von Hamza dem ersten Urgründe, (jJUJI empfangen haben: ״Diener unseres Herrn, unser Herr beschützt Euch, ohne daß Ihr es wünscht u. s. to." 4) Will er in den Psalmen die Verkündigung des Erscheinens des Gottmenschen Hakim finden, ebenso wie sich die Drusen in dieser Beziehung auf eine Stelle im Evangelium Mathaei berufen. Die Stelle selbst, aus welche sich der Verfasser beruft, haben wir schon oben angeführt. Er fügt dieser Anführung und seiner wunderlichen Exegese noch die Worte hinzu: ״Wisset, daß diese Worte unseres dritten Bruder's nichts anderes sind, als ein Argument gegen die abtrünnigen und bösen Juden; denn sie kennen seinen gebenedeiten Namen aus den Worten des Psalmenbuches; sie wissen ganz gut, wann die Zeit seiner Erscheinung erfüllt war, fürchteten sich aber unserem Herrn Gehorsam zu leisten. Denn er (der Psalmist) sagt ja ganz deutlich: ״er ist der häkim, der Richter". Wir wollen Euch nur noch wissen lassen, daß dieser David der Aufrichtige zur Zeit Abrahams war; er ist der Erste der gnadenvollen und aufrichtigen Brüder bei unserem Herrn dem allwissenden König". Soweit in Kurzem der Jdeengang unseres drusischen Polemikers. Wir sehen, daß die Polemik der Drusen gegen die biblischen Bücher eine ganz andere Richtung nahm als die der Muhammedaner. Diese erklären die biblischen Bücher für gefälscht durch Esra und seine Collegen; an den reinen Intentionen Moses' zweifeln sie nicht, denn er ist ja Vorläufer und Voraussetzung des Siegels aller Propheten. Die Drusen lassen in Moses einen derjenigen Jrreführer des israelitischen Volkes auftreten, die ihrem Volke im Namen Gottes falsche Gesetze verordnen, und die in dieser Weise irregeleitete Welt dem historischen Wendpunkte entgegen führen, der die Jnearnation Gottes in der Erscheinung Häkim’s nothwendig machte. Die drusische Besprechung der mosaischen Gesetze scheint nicht nur auf dem Wege der Literatur geschehen zu sein; der Umstand vielmehr, daß ein so wenig schriftstellerisches Völkchen einen Gegenstand literarisch bespricht, deutet darauf, daß dieser auch in den religiösen Zusammenkünften vielfach erörtert werden mochte. Auch die mir vorgelegene Abhandlung bezieht sich in zwei Stellen auf