Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 81)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Polemik der Drusen gegen den Pentateuch. 77 3) Schreibt er diejenigen Gesetze, welche von den Israeliten eine Abgabe welcher Art immer, wie z. B. Opferthiere, Zehent, fordern, der Habsucht des Gesetzgebers und seines priesterlichen Bruders zu. Wir haben bereits oben gelegentlich der Bemerkung über den Zehent, diese Ansicht des drusischen Polemikers kennen gelernt. Am weitläufigsten läßt er sich in diesem Sinne in dem von den Opfergesetzen handelnden Paragraphen vernehmen: ״Er (der nätik nämlich) war aber mit Fleisch allein nicht zufrieden; kurz nach jenen Thieropfergesetzen verlangte er demnach von den Israeliten auch noch neben den Opfern reines Weißes Weizenmehl, nachher wieder Fett und Milch, und befahl dem Aron von dem Mehle etwas als minckä x) zu opfern, das Uebrigbleibende aber für sich und seine Kinder zu behalten. Doch mit all diesen Gaben nicht zufrieden, verlangt er etwas später noch mit Olivenöl zubereitete Brode, dann beansprucht er wieder zur Zeit der Ernte frische Aehren. Doch durch alles Dieses war er bei weitem nicht zufrieden gestellt; er schob vielmehr dem Herrn — der erhaben ist — Lügenhaftes unter, und sagte: Gott habe dies Alles den Israeliten befohlen". — Außer der Habsucht, ist es noch Grausamkeit und Lieblosigkeit des Moses, die er als die Quelle mehrerer Gesetze betrachtet. Von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet er die siebente Grundsäule der jüdischen Religion, ״das Gebot des Krieges gegen die Feinde". ״Es wird", sagt er, vom vierten nätik erzählt, daß er sprach: Wenn ihr zum Kriege ausziehet und eine Stadt bezwinget, so Lödtet ihre Bewohner und verbrennet ihre Habe". Dieses Gebot wurde dann auch durch Josua, den vierten Grundstein, im Kriege gegen 4Ammön und ‘Amälik, Jerihö, Zebäh und Salminä‘ 2) befolgt, indem er sich auf das Gebot Gottes, des Gottes Mose's׳^) berief. Fürwahr der Gott Mose's war nichts Anderes als die niedrige Leidenschaft seiner Seele, und die Lust seines Körpers, und sein betrügerischer Sinn, den in ihm die ״absolute" Ungerechtigkeit erregte. Wie ganz anders klingt die Ueberlieferung, die wir von dem Diener מכחד ף wird hier durch: übersetzt. ״) Hier wird Moses ausdrücklich genannt, nicht wie sonst oLbLJi ״der vierte Sprechende".