Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 75)
- Language
- German
- Belongs to
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Polemik der Drusen gegen den Pentateuch.׳ 71 Allgemeinen unter ״muhammedanischer Mystik" verstehen; doch hat sie ihre eigenthümliche Jnearnationstheorie, ihre ‘a k k ä 1 käste (Verständige), u. s. w. in die Kategorie der Mystik erhoben 1). Was im Allgemeinen ihre Toleranz betrifft, so üben sie dieselbe in privatrechtlicher Beziehung gegen ihre christlichen Nachbaren in großem Maße aus. Wir haben jedoch hier nicht vor, ihre praktische Duldsamkeit in Betracht zu ziehen, sondern vielmehr ihre theoretischen Ausstellungen betreffs der Bibel zu beobachten. Ohne Zweifel enthalten die, besonders auf den Bibliotheken zu Paris und Berlin befindlichen drusischen Handschriften so manches Material für dieses Thema; uns lag als Quelle für nachfolgende Mittheilungen eine kleine Sammlung von drusischen Abhandlungen, aus der k. k. Hofbibliothek in Wien (Gemischter Fond Nr. 55) unter dem Titel vor, unter denen die fünfte, betitelt: Q./0 «!5 (S. Flügel's Catalog der Wiener Handschriften III p. 37), wie schon die Aufschrift zeigt eine reiutatio der jüdischen Religionsschriften vor hat. Es ist allerdings etwas schwierig, sich durch die abstruse Ausdruckweise dieses drusischen Theologen hindurchzuwinden, und es bedarf auch eines eigenen Studiums, um sich in seine sonderbare Terminologie hineinzuleben. Man kann bereits aus dem Flügel'scheu Catalog der Wiener Handschriften, wo auch die unsrige (a. a. O.) verzeichnet ist, ersehen, daß sich die Polemik der Drusen um die sieben Grundsäulen der jüdischen Religion dreht u. z. 1) die Beschneidung; 2) das Opfergesetz; 3) den Zehent, 4) den Sabbath, 5) das Gebet, 6) die Wallfahrt, 7) den Religionskrieg. Der Verfasser hat, wie aus seiner ganzen Abhandlung zu folgern ist, seine Angaben nicht blos auf Hörensagen begründet, wie dies bei vielen muhammedanischen Polemikern der Fall ist; er war aber trotzdem über den Gegenstand seiner Kritik nicht genügend unterrichtet, da er auf Schritt und Tritt durchblicken läßt, daß er den Dingen, von welchen er spricht, ziemlich fern stand. l) Man kann sich über diese Secte am besten unterrichten aus de Sacy’s Expose de la religion des druzes (Paris 1833) 2 Bde., und aus desselben einzelnen ״M&noires“ über diesen Gegenstand. S. auch Nie oll's Catalog p. 411. Auch in dem populär gehaltenen ״Die heutigen Syrer." (Stuttgart 1845) ist manche schätzbare Mittheilung zu finden.