Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 70 (sequence 74)
- Language
- German
- Belongs to
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70 VII. Goldziher. ״Wollen wir uns denn von der Veröffentlichung der Geheimnisse ״der Religionsgebräuche der ahl ul Kitab zurückhalten und lieber ״dasjenige kundgeben, was noch vortrefflicher als jene ist: ich meine ,,die Religionsgeheimnisse des Islam; denn dieser hat alles in jenen ״Zerstreute verbunden, und es giebt Nichts von den Geheimnissen ״Gottes, zu denen uns nicht unser Prophet und seine Religion an- ״geleitet hätte. Muhammed's Religion ist die vollkomenste der ״Religionen; sein Volk das beste der Völker." ג) Ich glaube nicht, daß je eine muhammedanische Feder, dem jüdischen Ceremonialgesetze mehr geistigen Gehalt zugemuthet hätte als dieser Mystiker und es ist allerdings zu bedauern, daß er mit seinen Geheimnissen so ängstlich zurückgehalten. Es wäre immer höchst interessant gewesen zu untersuchen, in wieweit etwa die kabbalistische Vergeistigung der Ritualgesetze mit den muhammedanischmystischen zusammentrifft. Welch himmelhoher Unterschied ist nicht zwischen der toleranten Anschauung dieses Mystikers 2) und der eines Ibn Hazm oder Ibn Gauria, von deren hieher gehörigen Abhandlungen wir an einem anderen Orte einige Proben lieferten׳^)! Wenn wir uns aber zu einer der verkommensten Abzweigungen der arabischen Mystik wenden, so werden wir in dieser Hinsicht ganz andere Urtheile und Anschauungen anhören und beobachten. Freilich ist die Seete der Drusen, denn diese meinen wir, wie sie in ihren Bergabhängen, abgeschieden von aller friedlichen Berührung mit irgend welchen Culturelementen, ihren sinnlosen Mysterien lebt, auch schon deshalb, weil ihre Tendenzen mehr politischer als theoretischer Art sind, kaum mit den mystischen Systemen zu vergleichen, die wir im ף Handschrift der Wiener Hofbibliothek, Neuer Fond nr. 326 Bl. 222 verso. 2) Von Plato sagt er $. B. (Bl. 107 recto) ״Ich habe einmal dem Plato begegnet, den die unter die Ungläubigen zählen; ich sah wie er die ganze Ueberwelt mit Licht erfüllte und mit Glanz; ich sah, wie er einen Platz einnahm, einen so hohen, wie ihn nur noch einer der Heiligen einnimmt". s) In Kobak's Ieschurun Bd. VII.