Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 64)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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60 VI. Die hebräische Sprache. Lhalmud. Literatur im Hifil vorkommt in der Bedeutung: ärgern, haben wir hier im Kal als: ärgerlich sein, Widerwillen gegen eine Sache haben. Das Wort ist auch im Syr. gebräuchlich, auch im Arab., wo es die Bedeutung hat: hinderlich sein, an einer Sache verzweifeln. Dies genüge, um darauf hinzuweisen, daß eine kritische Ab- Handlung über Sisra und seine Ausgaben eine wünschenswerthe Arbeit ist. 7. April. VI. Die hebräische Sprache — eine treue Ausprägung jüdischer Lebensanschauung. Unsere Zeit weiß die Fruchtbarkeit der Aufgabe zu würdigen, welche sich zum Ziele stellt, in das Wesen der Sprachen einzudringen, in deren geistigen Gehalt, wie er sich im Baue, im Wortvorrathe und in den Satzwendungen offenbart. Aus dem Ausdrucke, welchen ein Volk für Begriffe und Empfindungen ausprägt, wird dessen eigentümliche Vorstellungs- und Gefühlsrichtung erkannt. Es mag uns daher nicht Wundern, wenn von verschiedenen Seiten aus sich Versuche begegnen, die von einander ganz unabhängig unternommen werden und dennoch so schön sich ergänzen. Um so willkommner sind sie, um so sicherer ihr Ergebniß, weil sie zu verschiedenen Zwecken angestellt, unbefangen ein jeder den eignen Zweck verfolgend, in traulichem Einklänge ein gemeinsames Ziel erreichen. Das ist auch für die Betrachtung der hebräischen Sprache ganz absichtslos jüngst hervorgetreten. Für Gesinnung und Gemüthsrichtung des jüdischen Volkes bietet die Sprache ein sichereres Zeugniß als seine alte Geschichte, die höchst trümmerhaft uns zugekommen; dazu mußte der schwere Kampf gegen feindliche Mächte die Verwirklichung der innersten Gesinnung oft trüben, die Schwäche der äußern Existenz ließ die tiefinnerliche Bewegung nicht zum vollen und reinen Thatausdrucke gelangen. Aber das Wort schmiegt sich eng an Geist und Herz an und lieh dem Seelenleben den warmen Ausdruck, der im rauhen äußern Leben nicht selten erstarrte.