Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 63)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2420973-2421010-2421011--3306-2423994- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Malbim 1× ep/1002711
OCR text
V. Sifra. 59 Es ergiebt sich aus diesen Betrachtungen, die eine weitere Ausführung verlangen und verdienen, zur Genüge, daß die Sammlung zu Leviticus zuerst auf alter Grundlage errichtet, in der Schule Jsmael's zusammengestellt, dann vollständig in der Schule Akiba's, und zwar vorzugsweise durch Juda, umgearbeitet, nun noch von Chija, Rab und noch Spätern erweitert worden. Für die Geschichte der Halachah ist daher eine kritische Behandlung des Sifra von Wichtigkeit. Eine solche ist diesem Werke nun allerdings bis jetzt noch nicht geworden, doch haben wir in neuerer Zeit zwei Ausgaben erhalten, die sehr brauchbares Material liefern. Während nämlich Malbim in seiner Ausgabe nur apologetische Zwecke verfolgt und meist Ungenießbares liefert, ist die Ausgabe von Weiß, auf welche bereits in dieser Ztschr. Bd. II S. 63 ff. kurz hingewiesen worden, mit sehr guten Hülfsmitteln ausgestattet; wie der alte Commentar des Abraham b. David für Feststellung des Textes und Erklärung sehr schätzbar ist, so noch mehr die eigne Arbeit von Weiß. Ihm war, wie aus einigen Anführungen im Anfänge ersichtlich, auch der damals noch ungedruckte Commentar des Simson aus Sens bekannt. Dieser ist nun, freilich leider sehr unvollständig, in einer neuen Ausgabe (Warschau 1866, 9 und 116 Doppelseiten, Folio) erschienen, die auch mit sehr brauchbaren Parallelen und Glossen des Jakob David aus Wischhrod (aus dessen Nachlasse) versehen ist. Auch diese Ausgabe giebt zu reicher Ausbeute Stoff, und bietet Simson's Commentar Vieles zur Feststellung und Berichtigung des Textes. Ich will hier nur eine Stelle hervorheben, die eine interessante sprachliche Bemerkung darbietet. In Kedoschim Perek 9 § 4 nach dieser Ausgabe (f. 82 a, 1) lesen wir eine Stelle, welche in andern Ausgaben eine andere Stellung einnimmt, z. B. in der Wiener Ausgabe von Weiß sich daselbst Perek 11 § 16 (f. 93 a Ende) befindet und auch in Jalkut § 626 ausgenommen ist. Während die Sifra-Ausgaben lesen כאדם שחרא קץ בלכלזרכר, hat Jalkut קורט , hingegen liest Simson עגקוכט und fügt erklärend hinzu: נוקט בליצר ולרצח כחקיא. Das נוקט in der Erklärung ist Wohl nur Schreibfehler für das קוכט des Textes, wie in unfern Thargumen gleichfalls mehrfach der erstere Stamm für den letzteren vorkommt, woher er bei Buxtorf und bei Musafia erscheint, während Levv ihn richtig nach Handschriften und alten Ausgaben auch an jenen Stellen in קכט berichtigt. Diesen nun, welcher in der