Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2420973-2421010-2421011--3304-2423992- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Y. Sifra. 57 und seiner Schule angelegt worden. Daher findet sich so Manches in Sifra schlechtweg angegeben, was anderswo Jsmael beigelegt wird, wie z. B. die Deutung Zaw Anfang, (und Emor Parasch. 13 Ans.) vergl. Kidd. 29 a und Sifre Auf.; Zaw Parasch 4 § 3 und Chullin 30b; Schemini Parasch. 2 § 2 und Chullin 42a; Achare molh Perek 10 § 1 und Sebachim 107 a; Kedoschim Perek 11 (66. Wien, 12 66. Warschau) § 10 und Jebainoth 3 b, wo Sifra die entgegenstehende Ansicht Akiba's ganz ignorirt 1). Allein die Sammlung, die, wie wir oben gesehen, sehr starke priesterliche, althalachische Bestandtheile enthalten hat, ist einer völligen Umarbeitung unterworfen worden, so daß nur wenige Reste von jenen ungeändert geblieben und uns so überkommen sind. Aus der Schule Akiba's scheint sich besonders Juda dieser Arbeit unterzogen zu haben, dem daher auch in der Gemara der Sifra schlechtweg zugeschrieben wird, und die Commentatoren haben fleißig nachgewiesen, wie in der That viele Sätze, die in Sifra ohne Nennung einer Autorität sich finden, anderswo auf Juda zurückgeführt werden. Jedoch war damit die Redaction noch nicht abgeschlossen. Es kommen nämlich in Sifra, gleichwie in Mechiltha und Sifre, viele Aussprüche unter dem Namen Rabbi's vor. Aber in Sifra geht die Anführung von Autoritäten noch weiter herunter, und gilt Dies besonders von Chija. In Mechiltha und Sifre wird derselbe nicht genannt 2), Wohl aber in Sifra (vergl. Wajikra Parasch. 5 § 7 und Sebachim 48 b, Menachoth 56a, wo Achia; Zaw Perek 14 § 5, wiederholt Emor Parasch. 4 § 9 und Sebachim 43 b, wo Joße; Mezora Parasch. 2 Ende und Moödkaton 7 b). Jedoch noch mehr! Es geht aus mehrfachen Anführungen, namentlich in palästinischen Werken, hervor, daß man Chija geradezu als den Redactor des Sifra betrachtete, daher in seinem Namen, als 'תרי ר, Sprüche anführt, die in Sifra ohne Nennung eines Namens mitgetheilt wer- *) Friedmann hat in der Einleitung zur MechiLtha S. LXIV Sprüche aus Gemara und Wajrkra rabba zu Versen im Levitieus zusammengestellt, welche der Schule Jsmael's Leigelegt werden, und sagt, daß mehrere von ihnen sich in Sifra finden. Sie müssen danach untersucht werden, ob sie in Sifra anonym Vorkommen; nur dann würden sie Belege sein für unsere Behauptung. 2) Wenn in Sifre, Schelach Ende, das Lehrhaus Chija's genannt wird, so ist Dies, wie die Commentatoren Nachweisen, falsche Lesart.