Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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V. Sifra. 51 Büchern 1). Der Gegenstand verdient eine eingehende Behandlung, für welche hier einige Grundlinien gegeben werden mögen, damit dieser sehr wichtigen Untersuchung die Aufmerksamkeit zugewendet werde. Es ist von vorn herein vorauszusetzen, daß ursprünglich auch Sifra, ja Wohl er vorzugsweise, seine alte, und zwar aus mehr priesterlichem Standpunkte verharrende Behandlung durch die Schule Jsmael's gefunden; von ihr sind Wohl, trotz der sorgfaltigen Umarbeitung, der er unterlegen, Reste und Spuren auch in der Redaction, in welcher er uns nunmehr vorliegt, noch geblieben. Einige Stellen der Art, die charakteristisch sind und in ihrer Eigenartigkeit, die sonst kaum eine Parallele findet, ganz solchem alten Ursprünge entsprechen, mögen hier hervorgehoben werden. Von geringer Bedeutung, aber doch eigenthümlich ausgedrückt ist die Bemerkung zu 8, 1 (Zaw, Mechiltha de-Milluim, Ans.), wo der ׳Ausdruck ״nimm den Aaron und seine Söhne" als auffallend bezeichnet wird, es sei, heißt es, an vielen Orten bei Moses ״das Nehmen" von Menschen gebraucht, so noch Num. 1, 17. 3, 41. 11, 16. 27, 18, ״hat denn Moses sich Menschen hinten angehängt?" Doch der Sinn ist: ״nimm sie mit Worten", nimm sie ein, gewinne sie. — Diese Deutung wird Wohl auch in Sifre zu Num. 11, 16 für diese Stelle so angegeben, auch sonst in späteren Midraschim wiederholt, aber nirgends so drastisch und mit der nachdrücklichen Hinweisung auf den scheinbar unpassenden Ausdruck. Das thut ähnlich nur das samaritanische Scholion bei Abu-Said zu Num. 27, 18, das Saadias hart anläßt, daß er np mit JsJ>, nimm, übersetzt, es müsse heißen ^a'2, stelle vor. — Bezeichender sind einige, das Priesterthum scharf in den Vordergrund rückende Stellen. Wenn es bei der Weihe Aarons und seiner Söhne heißt, es sei die Sühne an ihnen vollzogen worden, so sei das eine Verheißung ״der Sühne für sie, bis zur Auferstehung der Todten" (כפרה זר תכפר עליכם עד שיחיו הנלוזים), d. h. bis in alle Ewigkeit (Zaw, Milluim Ende). Ebenso wenn es 9, 22 heißt, Aaron habe seine Hände erhoben und dem Volke den Segen ertheilt, so sei damit ausgesprochen, er habe in dieser Stunde das Recht der Priestergaben, der Spendung des Priester- *) Vergl. zuletzt in Kürze diese Zeitschr. Bd. IX S. 12. 4*