Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 49 (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2420973-2421010-2421011--3296-2423984- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
IV. Der Islam. 49 werde. In der That wird im Verfolge der Stelle von Sifre ausgeführt, Gott habe die Thorah andern Völkern angeboten, sie sei aber von ihnen wegen des ihren natürlichen wilden Gelüsten widerstrebenden Inhaltes abgewiesen worden; da erscheinen nun Esau, Jsmael und — als Repräsentanten des Aramaismus: Ammon und Moab. Wie aber die Worte: ,,er kommt von den Myriaden der Heiligkeit" auf Aram hindeuten, ist schon längst erklärt 1). ״Heiligkeit" steht im Verse, wenn das hebräische Wort ״Kodesch" gelesen wird; allein Sifre las mit den 70 ״Kadesch", und das ist die Grenzstadt Syriens gegen Palästina. Sehen wir von solchen Ungenauigkeiten 2) ab, so sind von Hrn. D. die Vorarbeiten, welche die wesentlichen und zahlreichen Entlehnungen des Koran aus dem Judenthum bereits längst ziemlich vollständig dargelegt haben, sorgfältig benützt, und hat er auch im Allgemeinen seiner Vorgänger, aus deren Quellen er schöpft, gedacht ^). Wenn Dies im Einzelnen nicht geschehen ist, so ist Dies bei dem ganzen Charakter solcher Abhandlungen, die mehr dazu bestimmt sind, das gebildete Publikum über den Gegenstand zu orientiren, nicht zu tadeln, obgleich oft das Verlangen rege werden mag zu wissen, wo man sich über eine Behauptung genauer Zu unterrichten vermöge, und die Abgrenzung zwischen dem Aufgenommenen und Hrn. D/s eigner Zuthat erwünscht wäre. Schlimmer ist, daß aus den benützten Quellen auch Dinge ausgenommen werden, die eine Berichtigung verdienen. Meine nun vor mehr als 40 Jahren erschienene Schrift: Was hat Mohammed aus dem Judenthum in seinen Koran ausgenommen? (1833) hat dem Vers, fast durchgehends zum Führer gedient, und so finde ich ף Vergl. Zeitsch. d. Deutsch, morgen!. Gesellsch. Bd. XIV. (1860) S. 315 s. Der neueste Commeutator des Sifre, Friedmann (1864), streift gleichfalls an diese Erklärung. 2) So heißt im Thalm. בינלוס nie Thorah, wie wir S. 21 Lesen, vielmehr nur: Sitte, und zwar gewöhnlich sremder Völker. Der ״Ta'ia" im Thalm., aus den S. 31 Bezug genommen wird, will weiter Nichts bedeuten als ein nomadisirender Wanderer. So wird das ״Mirakel" S. 40 gepreßt, das der Esther ist weiter Nichts als die wunderbare Errettung durch sie. — ״Schalmana", der Friedfertige, Sanh. 7 a, hat zu Moslem gar keine Beziehung, wie S. 75 angenommen wird. — ״Seid von den Schülern Abraham's", sagt die Mischnah nirgends, wie hier S. 76 angegeben wird; der Satz ist irrig combinirt aus Aboth 1, 12 und 5,19. 3) S. 6 Anm. 2. Viertelt cchresschrift XL l. 2. 4