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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1875-01-01 · 1-2 (1875) · p. Seite 39

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
11 (1875)
Issue
1-2 (1875)
Date
1875-01-01
Page
Seite 39 (sequence 43)
Language
German
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für Wissenschaft des Judenthurns. 2. 39 Bestreben, den ausgedehntesten Tempeldienst möglichst hoch hinaufzurücken, den allen Einfluß der Zadok-Familie hervorzuheben, den Zusammenhang Benjamin's mit dem judäischen Reiche als von vornherein eng bestehend zu behaupten, Juda und David aber mit seinem Hause nach Kräften zu verherrlichen. — Die Betrachtung über Esra und Nehemia, die allerdings zeitgenössische Geschichte berichten, läßt doch andere Motive durchblicken, als sie in der Chronik sichtbar sind, so daß sie schwerlich demselben Verfasser zugeschrieben werden dürfen. Sie scheinen etwas früher abgefaßt zu sein zu einer Zeit, in welcher noch Manches erkämpft werden mußte, die Sabbath- ׳ und Brachjahrsbeobachtung noch schwankte, die Absonderung von den umliegenden Völkerschaften noch nicht durchgedrungen war, daher die Vermischung mit fremden Frauen noch vielfach herrschte. Erst zu ihrer Zeit wurde der Kampf für alles Dieses mit Ernst ausgenommen, wobei es nicht an gegentheiligen Anschauungen fehlte, die ihre Stütze in der alten Geschichte suchten und ihre Auffassung durch Darstellungen aus dieser Vorzeit vertraten. Diesem Bestreben verdankt ebensowohl Ruth wie Esther seine Entstehung. In jener Zeit neuen Werdens wogt es in der Brust der Vaterlandsfreunde von kühnen Zukunftshoffnungen, aber auch Verstimmung herrscht wegen des Druckes von Außen und der Vergewaltigung von Innen. Beides, die muthigste Zuversicht wie die schmerzliche Klage, vernehmen wir im zweiten Theile des Jesaias, von letzter Stimmung ist jedoch der ganze Koheleth eingegeben. Das klingt ferner in vielen späten Psalmen durch, das beugt schon manchmal den Jeremias, der sich jedoch dann wieder wunderbar aufrafft, das durchzieht die Klagelieder und hallet in Ezechiel nach. In erhabenem dichterischem Ringen tritt diese Zwiespältigkeit und innere Beängstigung auf im Buche Hiob, das mühevoll und gewaltsam den Zweifel niederkämpft und den perfischen Geist des Bösen, den Satan, in die Weltlenkung einführt. — Dieses Hineinragen der himmlischen Fürsten in die Erdendinge, die für und wider die Menschen und die Völker Partei ergreifen, wie Daniel es so scharf ausspricht, wie Sachariah es vorausfetzt, erfahren wir auch im Buche Josua, einem Buche, das auch sonst voll ist von Nachahmungen früherer Bücher und die deutlichsten Kennzeichen später Abfassung an sich trägt. Es will eine Lücke in der Geschichte ergänzen zwischen Moses und den Richtern und ver-

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