Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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38 III. Wirksamkeit an der Hochschule uns den frohen Muth für die Vorbereitung einer vielverheißenden Zukunft. Ich darf es mit Freude sagen, die Macht einer lebendig erfaßten Geschichtsbetrachtung hat sich an dem Kreise der Zuhörer, der sich immer vermehrend mit Ausdauer der Darstellung folgte, lohnend bewährt. b. Bei dem Fortgange der Untersuchungen zur Einleitung in die biblischen Schriften wurde der eingeschlagene Weg weiter verfolgt, rückschreitend zu den ersten Anfängen hinauf. Waren früher die Schicksale des abgeschlossenen Textes ins Auge gefaßt worden, so wurde nun zunächst das Verfahren bei dem Abschlüsse betrachtet. Dieselben Motive, die später nur in abgeschwächtem Grade wirksam sind, waren weit mächtiger, als die Bewegung erst zum Stillstände gelangte in der soferischeu Zeit, in den Anfängen der zweiten Tempelperiode bis zur Erstarkung der Makkabäer- Herrschaft. Die Redaction ergänzte in den nun zum Abschlüsse gelangenden Schriften das scheinbar Fehlende, sie wiederholte ein bereits erzähltes Ereigniß, wenn ausgesagt wird, daß es weiter berichtet worden, sie beläßt es nicht bei der bloßen Mitheilung von Befehl oder Ausführung, sie fügt jenen oder diese ein, wenn der Schriftsteller sich blos bei einem von beiden begnügen zu dürsen glaubte, sie macht Entlehnungen aus einer Stelle für die andere, welche sonst im Ganzen dasselbe berichtet. Aber sie fühltauch den Drang, der geänderten sprachlichen Anschauung zu genügen, sie macht Zusätze, um den Zusammenhang herzustellen. Vorzugsweise macht sie Aenderungen aus Rücksicht auf die Ehre Gottes und Jsrael's. Auch die eine Zeit lange gesteigerte Ehrfurcht vor dem herrschenden Priesterthume macht sich bemerklich. Die Kritik hat zum Anhalte innere und sprachliche Momente, die ihr genügende Fingerzeige geben, um das Werk der späteren Redaction zu entdecken und von dem ursprünglichen Buche zu unterscheiden. Der Einfluß des Priesterthums, der Stämme Juda und Benjamin, des davidischen Hauses macht sich auch in neuen Werken geltend. Von diesen Gesichtspunkten aus wird die alte Geschichte dargestellt in der Chronik. Sie wird geleitet von dem