Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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30 III. Wirksamkeit an der Hochschule Versuch unternommen worden, auf den wichtigsten Gebieten innerhalb der Wissenschaft des Judenthums, die noch unwegsam genug sind, vorzugehn, und an diesem ernsten Willen soll es auch in der Fortsetzung nicht fehlen, soweit Gott Kraft und Einsicht verleiht. 24. Februar 1873. Zweiter Bericht. Von Ostern 1873 bis dahin 1874. Im Anschlüsse an das vorangegangene Studienjahr wurden in diesem die Vorträge über die beiden Disciplinen fortgesetzt. Sie gestalteten sich a. in dem Cursus für die ״allgemeine Einleitung in die Wissenschaft des Judenthums" zu (wöchentlich einstündigen) Vorträgen über Geschichte des Judenthums vom sechsten bis zum siebzehnten Jahrhundert. In d. dem Cursus für die ״Einleitung in die biblischen Schriften" konnte, nachdem die Geschichte der abgeschlossenen Schriften vorangegangen war, nun in zwei wöchentlichen Stunden auf deren Werden und Entstehung, auf ihre Schicksale bis zum endlichen Abschlüsse eingegangen werden. Außerdem wurden noch zwei neue Vorlesungen begonnen: 6. die Erläuterung der Genesis in zwei und 6. die des Mischnah-Tractates Aboth in einer wöchentlichen Stunde. a. In der kurzen Vorführung der innern geschichtlichen Entwickelung, welche das Judenthum in dem langen Zeiträume von elf Jahrhunderten begleitete, wurde die dritte Periode, ״die Zeit der starren Gesetzlichkeit", welche sich bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts hineinzieht, nicht ganz durchmessen; dennoch bietet der Beginn des 17. Jahrhunderts einen neuen Abschnitt. Mit ihm eröffnet sich ein neues Land und eine bis dahin unbekannte Gewissensfreiheit in den Niederlanden. Einzelne ihre Zeit überragende und namentlich die Einengungen des damaligen Judenthums durchbrechende große Männer treten als Verkünder einer neuen Entwickelungsreihe auf. Es ist eine schickliche Zeitgränze, an der eine kurze Rast vergönnt sein möge bis zur Betrachtung des kürzeren Zeitraums, welcher die neueste Periode vorbereitet und diese selbst umfaßt. In dem durchmessenen Zeitabschnitte war der Raum, welcher