Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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für Wissenschaft des Iudenthums. l. 29 die arabische Uebersetzung des Saadias, die gerade in ihrem wichtigsten Theile, der Uebersetzung des Pentateuch noch nicht genügend gewürdigt ist. Mit ihr aber hören die Uebersetzungen auf, selbst wenn sie unmittelbar aus einer selbstständigen Erfassung des Textes hervorgehn und sich einer treuen Wiedergabe des Textes befleißigen, kritische Zeugen zu sein. Die einflußreichen unter ihnen sind große geschichtliche Thatsachen der den Wendepunk- Len der Bildung, und nur als solche werden die Bibelübersetzung durch Luther wie die des Pentateuch durch M e n d e l s s o h n dauernd die Aufmerksamkeit auf. sich ziehen. Auch sie bekunden noch, wie Boraussetzungen die Uebersetzer beherrscht haben, und wenn in Luther die christliche Tendenz maßgebend rst, so bekennt Mendelssohn seine Abhängigkeit von der thalmudischen Deutung, der er sich ebenso fügt, wenn sie gebieterisch auftritt, wie es bte ihm vorangegangenen jüdischen Uebersetzer ins Deutsche aus dem siebenzehnten Jahrhundert gethan. — Die drei alten großen Sprachgruppen machen für die Uebersetzung ihre Ansprüche auch unter den Samaritanern geltend. Der Umfang ihrer Bücher beschränkt sich auf den Pentateuch, sie selbst find, wie an Zahl geringer, so an Bildung dürftiger, und dennoch bieten sie uns beachtenswerthe griechische Glossen, ein aramäisches Thargum, das wie seine jüdischen Genossen sich aus Wohl zu Würdigenden alten Bestandtheilen mit der fahrlässigen Arbeit aus der späteren Zeit tiefen Berfaüs zusammensetzt, und eine arabische Uebersetzung des Abu-Said, die der samaritanischen Eigenthümlichkeit folgt und dennoch die Abhängigkeit von Saadias, den sie verdrängen will, nicht verleugnen kann. — So geben uns die Ausstattung unseres Textes wie die alten Uebersetzungen Ausschlüsse über die Textesgestaltung in einer alten Zeit, zu der bestimmte Zeugnisse nicht hinanreichen. Aber mit Hülfe dieser Anleitung müssen wir uns die Grundsätze, nach welchen verfahren worden, erschließen, wir müssen zur Zeit, da unsere biblischen Bücher abgeschlossen worden, ja noch höher hinauf zu der, da sie aus flüssiger Jneinanderarbertung ihre Gestalt gewonnen haben, hinanzudringen suchen. Diese Aufgabe wie die andere, den Gesammtinhalt sowohl der berichteten Thatsachen als vorzugsweise der herrschenden Gedanken klar zur Erkenntniß zu bringen, ist die wichtigere, welche späteren Vorträgen Vorbehalten bleiben muß. — Der Rückblick wollte nur den Ernst darlegen, mit dem der