Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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28 III. Wirksamkeit an der Hochschule wird thatsächlich bezeugt. Das Bedürfniß, eine solche Uebersetzung zu fixiren, machte sich zuerst unter den griechischen Juden fühlbar; ihm verdanken wir die unter dem Namen der Septuaginta bekannte alexandrinischgriechische Uebersetzung. Aeghptisches, namentlich die Verehrung des Oniastempels, wie überhaupt die damalige Anschauungsweise machen sich in dieser Uebersetzung geltend; ihre Wiedergabe des Texteswortes wird in weit höherem Maße beeinflußt von der angestrebten Rein- Haltung des Gottesbegriffes, von dem Verlangen, die Ehre Israels und hervorragender Personen nicht zu verletzen, von der Auffassung des gesetzlichen Inhalts, von dem Versuche Zur Ausgleichung verschiedener oder gar einander widersprechender Stellen, von der Be- Wahrung der Decenz im Ausdrucke. Jedoch ist damit die Abweichung der Uebersetzung vom Originale nicht überall erklärt, und wie wir Mißverständnisse der Uebersetzer, deren Mangelhafte Sprachkenntniß, Vermischung späteren Sprachgebrauchs mit dem älteren Sprachcharakter zugeben müssen, so können wir auch nicht umhin zu statuiren, daß der Text ihnen in Abweichungen Vorgelegen, die uns nicht selten vortreffliche kritische Anleitungen geben. Auch die späteren treueren griechischen Uebersetzer: Aquila, Theodotion und Symmachus bieten des Belehrenden sehr viel. Der letzte, besonders hervorragend, wird vorzugsweise Führer des Hieronymus, der auch unmittelbar von jüdischen Lehrern empfängt, und so ist die Kirchen-Uebersetzung der Vulgata ein Kind der jüdischen Tradition. Eine eingehende Betrachtung verlangt nicht minder die syrische Uebersetzung, die Peschito, die nach gleichen Grundsätzen verfährt. Zu besonderer Geltung sind die Thargume gelangt, deren Anfänge hoch hinaufreichen, deren Abschluß jedoch zu der uns vorliegenden Gestalt weit jüngeren Datums ist. Das gilt ebenso wohl von dem unter dem Namen des Onkelos vorhandenen babylonischen Thargum zum Pentateuch, wie von dem unter dem des Jonathan vorliegenden zu den Propheten, wie von den jerusalemischen zu Pentateuch und Hagiographen, so wie von den jerusalemischen Glossen zu Pentateuch und Propheten. Auf der Gränzscbeide zwischen alter Textbebandlung und beginnender wissenschaftlicher Objectivität der Exegese steht