Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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für Wissenschaft des Judenthums. 1. 27 deutungen von abweichenden Lesarten und vorgenommenen Aenderungen, die auch anderweitig unterstützt werden. Solche Vornahmen werden ausdrücklich berichtet in Betreff der Beseitigung überflüssiger Wav ('Jttur Soferim), es wird die Entscheidung mitgetheilt über Varianten, die sich in verschiedenen Tempelexemplaren vorgefunden, die Umgestaltung der Lesart gelehrt aus Rücksich- Len der Decenz, und vorzugsweise zur Reinhaltung des Gottesbegriffes (Thikkun Soferim). Endlich ist der Bericht über die von den griechischen Uebersetzern vorgenommenen Aende rungen ein instructives Zeugniß über das alte Verfahren in der Textbehandlung. Nur leise ist in den Lhalmudischen Schriften berührt die an Willkür streifende Freiheit, mit welcher die Samaritaner sich den Text des Pentateuch hergestellt haben; ihr Text jedoch liegt vor, und er setzt uns in den Stand, ein Urtheil über seine Beschaffenheit und über die leitenden Beweggründe bei seiner Feststellung zu gewinnen. Ihre Absichtlichkeit tritt hervor, wenn sie Sichern und Garisim in den Vordergrund stellen, Mangelhafte Sprachkenntniß verunstaltet nicht selten ihren Text. Sie verfahren jedoch im Einklänge mit der ganzen alten Zeit, wenn sie Unebenheiten glätten, Schwierigkeiten beseitigen, den Ausdruck an verschiedenen Stellen, welche dasselbe berichten und von denen man eine gleichlautende Darstellung erwartet, wirklich gleichmachen und dabei Zusätze oder Auslassungen vorzunehmen nicht scheuen. In verstärktem Maße macht sich bei ihnen geltend die Rücksicht auf die Reinhaltung des Gottesbegriffes, auf hervorragende biblische Personen, auf decenten Ausdruck. Indem sie die bei ihnen herrschende Art der Gesetzesübung, ihre halachische Auffassung in dem Texte ausgeprägt finden wollen, muß sich dieser derselben fügen. Wie fie darin nicht vereinzelt stehn, sondern Auffassung und Text auch von andern Vertretern der alten Zeit getheilt wird, so hat auch eine nicht unbeträchtliche Anzahl anderer Varianten einen Anhalt in andern Zeugnissen. Der dritte Abschnitt behandelte die alten unmittelbaren Uebersetzungen, die uns theils ihren Text theils ihr Verfahren in der Textbehandlung erkennen lassen. Der öffentliche Vortrag einer Uebersetzung in der Sprache des taglichen Verkehrs stellte sich bald als nothwendig heraus und