Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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für Wissenschaft des Judenthnms. 1. 25 Mühsam, zur zähen Dauer festigend, aber auch kleinlich war die Geistesarbeit mehrerer Jahrhunderte. Mit wunderbarer Schärfe, oft mit überraschendem Tiefblicke ward an dem geretteten Geistesgute gearbeitet, das Geistesleben wogte gewaltig und ward wieder erfrischt in einem neuen Lande, dem alten Babylon, das nun, unter der Botmäßigkeit der Parther und Neuperser stehend, größere Freiheit bot. Alte und neue Ha lach ah und Haggadah, palästinische und babylonische Forschung bekämpften und durchdrangen sich, bis der Faden der Entwickelung durch neue Verfolgungen abriß und ein unfreiwilliger Abschluß erfolgte. Die Zeit der Tradition ist zu Ende. Den beiden in stüchtigen Skizzen gezeichneten Zeitabschnitten schließen sich noch die zwei folgenden an, die ebenso wie der dritte Theil der allgemeinen Einleitung, den speculativen, religiösen und ethischen Gedankeninhalt behandelnd, weiteren Vorträgen Vorbehalten bleiben. II. Die Zweite von mir behandelte Diseiplin, die Einleitung in die biblischen Schriften, ist ein bereits in andern Kreisen fruchtbar angebautes Gebiet und kann sich dennoch umsoweniger dem Organismus einer Wissenschaft des Judenthums entziehen, als sie auf ihrem Standpunkte eine große Anzahl neuer Gesichtspunkte aufzunehmen hat, die Helle Lichter auf sie werfen. Sie hat im Lehrgänge einen weit größeren Zeitumfang eingenommen, dennoch wird sie in der Berichterstattung, weil von gelehrter Detailforschung erfüllt, sich knapp zusammenfassen. Die Einleitung in die biblischen Schriften faßte diese als ein Ganzes zusammen und betrachtet die ihnen gemeinsame Eigenthümlichkeit. Sie giebt im ersten Abschnitte Zahl und Umfang dieses Schriftencomplexes an mit den den einzelnen Büchern beigelegten Namen, die Eintheilung und den Theilungsgrund nebst ihrer Reihenfolge, das Einheitsband, welches sie alle als heiliges Nationalgut umschlingt (das Verunreinigen der Hände.) Im zweiten Abschnitte beginnt sie den Versuch, den Text der biblischen Bücher festzustellen. Sie behandelt zunächst den uns vorliegenden recipirten Text, von dem sie nachweist, daß er im Ganzen und Großen, zum Theile bis in kleine Einzelnheiten hinein, mit den Ueberlieferungen übereinstimmt, wie sie uns