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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1875-01-01 · 1-2 (1875) · p. Seite 15

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
11 (1875)
Issue
1-2 (1875)
Date
1875-01-01
Page
Seite 15 (sequence 19)
Language
German
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II. Entstehung des Christenthnms. 15 nach den Erwartungen des Pharisäismus, die allgemeine Auferstehung ein. Vertagten die neugewonnenen Gläubigen diese auf das baldige zweite Erscheinen des Messias, so mußte jedenfalls diese Zusicherung in seiner Person selbst wenigstens ihre Bewährung finden. Die Behauptung von der Auferstehung Jesu mußte in diesem Kreise ihre entschiedensten Vertheidiger finden; in dieser Annahme wurzelte vorzugsweise ihr Glaube an Jesus als Messias. — War nun aber in der neuen Zeit Priesterthum mit Tempeldienst, Opferwesen mit aller religiöser Bevorzugung des Priesterstandes beseitigt, so bestand die Erhaltung aller Gesetze, auch der auf die Nichtpriester übertragenen priesterlichen, noch in erhöhterem Grade als Pflicht für die Gesammtheit. Mit der Messiaszeit war der Priestervorzug geschwunden, die allgemeine Heiligung aber durch Ausübung aller überkommenen Vorschriften um so dringender geboten. In diesem Kreise bestand nunmehr der Kern der messianischen, christlichen Gemeinschaft; der Glaube an die Auferstehung Jesu bildete den Mittelpunkt des Glaubens, die strengste, über Alle sich ausdehnende Befolgung der jüdischen Gebote war der Inhalt der Pflichten, dunkle Erwartung von einer Ausdehnung dieser Lebensanschauung und Lebensregel über die gesammte Menschheit — ihre Hoffnung und Sehnsucht. Hatten sich früher die Priester, die Zadoksöhne, vorzugsweise den Namen der ״Zaddikim, Dikaioi, Gerechten" angemaßt, so galten nunmehr als solche die Führer in der neuen Lehre, die Männer, welche mit strengster Gewissenhaftigkeit die Gebote, die Werke der ״Gerechtigkeit" übten. Mit diesem Ehrennamen wurde daher in der ersten Zeit besonders Jakobus, als Muster dieser Richtung, belegt. Mit ganz andern Voraussetzungen mußten die Sadducäer in die neue Gemeinschaft eintreten, wenn sie einmal dazu sich entschlossen. Ihnen war Priesterthum, die heilige Tempelstätte, der Opferdienst Grundlage des Judenthums, von diesen Institutionen wurde alles Andere getragen. Waren sie gefallen ohne Aussicht auf Wiederherstellung, so konnte das nur geschehen sein, indem ein anderes Entsprechendes noch von höherem Range an ihre Stelle getreten war und sie dadurch überflüssig wurden. Statt der täglichen thierischen Opfer hatte Jesus ein allgemeingültiges in sich für Alle dargebracht, an dem sich Alle betheiligten durch den Genuß von seinem Leibe und seinem Blute. Er begründete damit auch ein neues Priesterthum, er selbst der Hohepriester, die ihm Zunächst-

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