Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 159 (sequence 162)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Aus Briefen. 159 Herr S. R. Hirsch, der Rabbiner der orthodoxen Neligionsgesellschast in Fft. a. W., sein; auch er hat in seinem Pentateuch-Commentar, den ich ebenfalls nicht kenne und von dem ich nicht einmal weiß, ob er über den Exodus hinaus erschienen ist, mit gleichen Mitteln manövrirt und mit phantastischer etymologischer Willkür Geheimnisse in Sprache und Exegese zu entdecken geglaubt, die wie ein Ei dem andern der hirnverbrannten Kabbalah ähnlich sehen. Gerade weil sich hier eine Partei-Verblendung bloßlegt, die im Grunde auf ihrem engen Gebiete bornirter Parteigenossen verbleibt und einen jeden Menschen von gesundem Verstände abstößt, erachte ich es nicht der Mühe Werth, diese Producte einer Kritik zu unterwerfen; ich halte meine Zeit dafür zu kostbar, möchte den Dingen durch Bekämpfung keine Bedeutung zusprechen, da man dann etwa gar in meinen Worten die Aussprache einer entgegenstehenden religiösen Richtung, nicht die einer unbefangenen wissenschaftlichen Ueberzeugung erblicken dürfte. Anders gestaltet es sich, wenn sich die Verfasser mit ihren Producten an Männer der Wissenschaft hinandrängen, diese zu ge- Winnen suchen, um durch deren Urtheil auch eine Anerkennung, Beachtung in der wissenschaftlichen Welt zu erstürmen. Da ist eine Abfertigung gerechtfertigt, ja geboten, und da Sie mir gestatten, Ihres Urtheils Erwähnung zu thun, so halte ich es für das Angemessenste . . . Ihren Brief abzudrucken .... Aus einem zweiten Schreiben Fl.'s vom 10. April, welches die ausdrückliche Erlaubniß zur Veröffentlichung seines Schreibens enthält, damit ״wenigstens die Herren Sprachkabbalisten auf diese Weise erfahren, wie ich zu ihnen stehe, und mich mit weitern Zusendungen verschonen," möge noch die folgende Stelle vorgeführt werden: ״Fällt Ihnen das betreffende Schriftchen einmal in die Hände, so werden Sie selbst sehen, daß die Köpfungstheorie der dreiconsonantigen Stämme darin bis zu dem haarsträubendsten Unsinn durchgeführt ist. Nur ein oder zwei Pröbchen! S. 19: ""!2לד erheben scheint!לד zum Stamme zu haben. Während!ב-לד veralten, abnützen, ג-לה auswandern,!ח־לד erkranken die Ausführung des Stammes!ל־־זד ermüden, schmachten zu sein scheint, haben wir in!עלד den entgegengesetzten Begriff: erheben, von der Krankheit genesen."" (Herr Cohn hat nämlich die principielle Entdeckung gemacht, die er gleich an die Spitze seiner ״Augenerhellung" stellt, S. 2: ״״Wo der F-Laut der Wurzelsylbe als פ' דזפעל angefügt ist, hat das Wort die der Stammshlbe entgegengesetzte Bedeutung" ".)