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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1872-01-01 · 1-2 (1872) · p. Seite 158

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
10 (1872)
Issue
1-2 (1872)
Date
1872-01-01
Page
Seite 158 (sequence 161)
Language
German
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158 Aus Briefen. meinen Augen aufthat. Das sind die schönen Saaten, die aus dem von einem wohlbekannten Gelehrten ausgestreuten Samen aufzugehen anfangen! — Und dabei ist der Mann noch so naiv, mir zu schreiben, ich würde ihn zu großem Danke verpflichten, wenn ich ihm mein ״maßgebendes Urtheil" und meine ״besonderen Winke" zukommen lassen wollte, um so mehr als er gegenwärtig mit der ״Entwickelung, resp. Berichtigung der jungen Arbeit" beschäftigt sei. Wo Alles methodischer Wahnsinn ist, da soll man mit ״belehrenden Winken" zu Hülfe kommen! Das Zeigt, daß Herr Cohn des diametralen Gegensatzes zwischen seinem phantastischen Etymologisiren und einer aus gesunde Empirie gegründeten Sprachbehandlung sich gar nicht bewußt ist. Wirklich, Sie sollten in Ihrer Zeitschrift endlich einmal über diese ganze sich immer breiter machende semitische Afterphilologie Gericht halten. Herrn Cohn's neuestes Specimen davon legt Ihnen die Aufforderung zu einem ernsten Worte darüber so nahe, daß Sie ihr fast nicht ausweichen können. Wollen Sie dabei auch meines Urtheils über solches Treiben direct oder indirect Erwähnung thun, so gebe ich Ihnen dazu unbeschränkte Vollmacht .... Aus der Antwort, Berlin 9. April. Wenn Sie eine Verkehrtheit zu einer solchen scharfen Beurtheilung und einer solchen energisch-freundlichen Aufforderung an mich veranlaßt hat, so muß sie allerdings sehr arg sein. Denn da wir Tag für Tag neben gesunden Forschungen von jüdischen wie christlichen Gelehrten so viele Verkehrtheiten auftreten sehen, so darf eine, die sich blos in diese fruchtbare Unkrautsammlung einreihen läßt, in kein besonderes Staunen versetzen. Das גלוי עין des sich ״Stiftsrabb. in Fft. a. M." nennenden Hrn. M. I. Cohn ist mir nicht zu Gesicht gekommen, auch habe ich nirgends ein Urtheil darüber gelesen. Was ich darüber schon vor längerer Zeit gehört, läßt mich annehmen, daß hier weniger Fürst dafür in Anspruch zu nehmen ist als eine bornirte Orthodoxie, die mit forcirtem Rafsinement, indem sie des wahren Geistes entblößt ist und weder den ächten Sprachgeist noch das Wesen der geschichtlichen Erscheinungen und Entwickelung zu erfassen im Stande ist, einen phantastischen Geist in der Mechanik zersetzter und verrenkter Buchstaben aufzusuchen sich anstrengt. Der Meister für Hrn. Cohn dürfte daher Wohl eher

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