Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 160 (sequence 163)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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160 Aus Briefen. — S. 31: ״ ״Von dem Worte קדד niederwerfen wissen wir aus Talmud, Sueca toi. 53, daß dieses eine bestimmte Art des Ausdruckes von der Hingebung bezeichnet, wo die Körperfläche eigentlich nicht den Boden berührt, sondern der Mensch sich hinstreckt, auf Händen und Füßen ruhend. — Auf die Wurzel קד eingehend bemerken wir allerdings im Chaldäischen גד in der Bedeutung ziehen, ausdehnen. — Es ist aber jedenfalls auch die Lautverbindung דד, welche ebenfalls den Begriff bezeichnet. Daher wohl דד Liebe, innige Freundschaft, in welcher der Eine dem Andern sich ganz hingiebt. Daher in conereter Bedeutung, hinsichtlich der völligen Ausbreitung und Ausdehnung, ד-דד plattschlagen und ח־דד dünn, scharf machen, ר־דיד Schleier, נל־דד messen, einen Gegenstand mit dem andern gleichrichten. Mit דד scheint wiederum טיט, der dehnbare Lehm, verwandt zu sein."" Doch schon zu viel! Sind hier nicht die allerelementarischsten Grundwahrheiten der semitischen Wurzel- und Stammbildung geradezu auf den Kops gestellt? Sich einzubilden, daß in den einfachen Reduplicationsstämmen die Wurzel in dem verdoppelten zweiten Konsonanten stecke und somit דדד ,בלדד ,חדד u. s. w. alle von einem דד abzuleiten seien, dem man nur vorn verschiedene ״Prä- Positionelle Elemente" angesetzt habe! Wollen Sie etwa aus dieser kleinen Blumenlese meinem Briefe einige Blüthen Cohn'schen Geistes als Belege beigeben, so habe ich nichts dagegen."