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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1872-01-01 · 1-2 (1872) · p. Seite 157

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
10 (1872)
Issue
1-2 (1872)
Date
1872-01-01
Page
Seite 157 (sequence 160)
Language
German
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Aus Briefen. 157 daß er sich strahlend davon abhebt. Die raffinirteste Selbsttäuschung! So geht es nun auch Hausrath! Ich habe ihm dies schon früher nachgewiesen. So findet er (vgl. diese Ztschr. Bd. VII S. 104) in Abraham ״den jüdischen Handelsgeist" ausgeprägt, weil dieser ״um Sodom feilscht und Gott von fünfzig Gerechten auf zehn herunterbietet." Wie erhaben würde man ein solches Verfahren, die Fürbitte für die Sünder, finden, wenn sie in dem Leben Jesu gefunden würde; aber bei Abraham, ja da ist's was ganz Anderes, das ist der alte Judenvater mit seinem: Was zu handeln? — Auch für seine Darstellung der neutestamentlichen Zeitgeschichte, wie dieselbe im ersten Theile seines Buches behandelt ist, habe ich in milder Form die ganze Unzulänglichkeit und Verkehrtheit der Auffassung aufgezeigt in dieser Ztschr. Bd. VI S. 253 ff., S. 267 ff., S. 274 ff. Allein die christlichen Theologen haben nun einmal kein Organ für eine gerecht und unparteiisch urtheilende Geschichtssorschung, das Judenthum muß schlecht, das Christenthum voll Heils sein, mögen auch die geschichtlichen Thatsachen noch so laut und entschieden das Gegentheil verkünden. Das wird ihnen nun von der Sache Unkundigen nachgesprochen. Stahr hat über das Hausrath'sche Buch zwei Feuilleton-Artikel geschrieben, in denen dasselbe als ein Schatz von Weisheit begrüßt wird, umsomehr als Hausr. in Stahr's Ansicht eingeht, Tiberius zu glorificiren. Jedenfalls bleibt es dabei: der Jude wird verbrannt. Allerdings zunächst der Jude von vor 1800 Jahren, aber ohne Brandmal geht es auch für den heutigen nicht ab. Was ist nun da zu thun? Man kann von unserer Seite noch so viel protestiren, sie hören nicht darauf, und da sie zahlreicher sind und die Macht haben, so überschreien sie uns. Und dennoch! Die Wahrheit und die ächte Forschung dringen doch durch. Von Hrn. Prof. Fleischer, Leipzig d. 7. April 1872. Ist es möglich, daß in unserer Zeit neben Ihnen .... unter den jüdischen Gelehrten in Deutschland noch solche verworrene Köpfe existiren, wie Herr M. I. Cohn, ״Stiftsrabbiner in Frankfurt am Main", mit seinem גלוי עין? Ich bin förmlich entsetzt über diesen Abgrund von Verkehrtheit und Unsinn, der sich bei'm ersten Blicke in das mir gestern von dem Vfr. zugeschickte Schriftchen vor

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