Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 155 (sequence 158)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Aus Briefen. 155 der ältesten griechischen Civilisation den Ariern und den Semiten zukommt! Nun ich habe mich auf ein fremdes Gebiet verirrt, und lenke auf unser Gebiet ein. Was ist das für eine Arbeit von Hrn. Firkowitsch, der einen בלבוא לס' דזאגדון־ רם, זדגלוי אשד במצא בבלצדים des Saadia Gaon veröffentlicht haben soll? Mir ist davon bis jetzt noch Nichts zu Gesichte gekommen. ®.] Von Hrn. Dr. Derenburg, Paris, 3. April 1872. Ich komme nochmals auf Hausrath zurück. Es ist gar seltsam, wenn er z. B. Jesus wegen Tempelfrevels verdammen läßt, ohne von dem zu sprechen, was der Hohepriester als Gotteslästerung betrachten mußte. Von der Narrheit, daß er den Tempel habe zerstören und in 3 Tagen wieder aufbauen lassen wollen, weiß Lucas gar nichts, und bei Matthäus und Markus schweigt Christus dazu; wenn ein Urtheil erfolgt und der Hohepriester sein Gewand zerreißt, so geschieht das, weil er sich einen Sohn Gottes heißt. Das ist so einfach, daß man solche absichtliche Verdrehungen nicht begreifen kann. Hier eine Stelle aus Bd. I S. 416, die ich ausschreiben will: ״Bis zu welchem Aberwitz das Bestreben der größtmöglichen Pünktlichkeit der Gesetzeserfüllung in nackter Wirklichkeit führte, bezeugt jedes Blatt des Talmud, und welche sittliche Blindheit aus dem steten Hinschauen auf den Buchstaben des Gesetzes sich entwickelt hatte, läßt sich selbst aus Josephus erweisen. Oder erinnert es nicht an das Wort Jesu: ״Korban, geopfert sei, womit ich euch helfen könnte", wenn der pharis. Historiker uns berichtet, daß zur Zeit der Hungersnoth im I. 45, als nach seiner Angabe das Assaron Weizen vier Drachmen .... kostete, und als wegen dieser unerschwinglichen Preise Hunderte von Menschen buchstäblich aus Mangel an Nahrung zu Grunde gingen, dennoch im Tempel zum Passah 40 attische Scheffel Getreide verbrannt wurden, um dem Gesetze Genüge zu thun? Ja Josephus triumphirt förmlich, daß kein Stäubchen der lodernden Flamme des Altars verloren ging, trotz der bellenden Magen selbst der opfernden Priester." — Das geht nun so fort, und das beruht auf Ant. jud. III, 15, 3, und keine Kritik scheint Herrn Hausrath Zum Verständniß der Stelle zurückgebracht zu haben, denn nach dem im I. 1868 erschienenen 1. Bande wird