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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1872-01-01 · 1-2 (1872) · p. Seite 154

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
10 (1872)
Issue
1-2 (1872)
Date
1872-01-01
Page
Seite 154 (sequence 157)
Language
German
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154 Aus Briefen. prof. de litt, greeque ist, zeigt den religiösen Sinn und die religiösen Gefühle innerhalb der griechischen Welt, indem er bei Homer beginnt und bei der Stoa aufhört, allenthalben die betreffenden Stellen sei es bei dem in der That merkwürdigen Anaxagoras, sei es bei Pythagoras, Pindar, den Chören der Tragiker, Plato, rc. anzeigt. Das Buch ist gefällig geschrieben, klar und faßlich, und ich wünsche ihm viele Auflagen zu Nutz und Frommen der französischen Katholiken, wiewohl ich nicht mit den Resultaten ganz zufrieden bin. Ich hoffe zuerst, daß der Bfr. nie die zweite Hälfte seines Werkes schreiben wird. Das soll nämlich den Hebraismus, als das 2. Element des Christenthums vorführen; nun kann er 1. in dieser Hinsicht nur aus Quellen zweiter Hand schöpfen, die sehr oft unlauter fließen; dann ist ihm bei seiner Vorliebe für das Heidenthum nichts Ersprießliches für das Judenthum übrig geblieben. Zum Rischus wird er es nicht bringen; dazu ist der Mann zu gutmüthig; auch erklärte er am Ende seine Vorrede: Les Juifs .... meriterent d’etre les intrepretes de tous 168 opprimes, de tous 168 deskerites, de tous ceux qui souffrent obscurement et patiemment; disons, de l’kumanite elle-meme, car il 11’y a pas d’komme qui ne rentre a quelques Moments, ne fut־ce que par 1a maladie 01116 deuil dans la foule ruineuse des miserables; et leurs psaumes douloureux et fiers touclieront eternellement leurs freres de toute origine, parce qu'ils sont pleins ä la fois de tristesse et de force et qu’ils donnent pour eonsolation au juste la kaine du mal et 16 mepris du meckant, et je ne sais quelle esperance obstinee que 16 droit aura son jour, esperance qui semble deja par avance faire lever le jour de son am6. Das ist allerdings etwas, aber nicht genug. Die große Frage, über das was überhaupt der Oecident dem Orient verdankt, ist schwer lösbar. Aber wenn man den trocknen Handel sieht, den der Mensch in den Veden mit der Gottheit macht, wo er ihr, der Mächtigen, Opfer giebt, damit sie ihm zum Tausche die Erdengüter verleihe, so ist man geneigt, in dem Abstand, der sich davon bereits in den homerischen Gedichten blicken läßt, aus dem Oriente stammende Einsickerungen anzunehmen. War doch Kleinasien das Vaterland Homers, wie der jonischen Philosophie, so wie überhaupt der Anfänge griechischer Civilisation; Pythagoros stand, nach allen Berichten des Alterthums, unter dem Einflüsse des Morgenlandes. Wer will da die Quentchen berechnen, die bei der chemischen Analyse und Zersetzung der Ideen, bereits in

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