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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1872-01-01 · 1-2 (1872) · p. Seite 150

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
10 (1872)
Issue
1-2 (1872)
Date
1872-01-01
Page
Seite 150 (sequence 153)
Language
German
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150 Aus Briefen. bedienen sich in Rede und Schrift des Wortes Jehova, obwohl dasselbe eine Mißgeburt ist. Als Christen hebräisch lesen lernten und unter dem Tetragrammaton die Vocale von Adonai fanden, lasen sie Jehova, das so in die europäischen Sprachen eingeführt wurde, während umgekehrt jene Vocale, von dem unaussprechlichen Namen zurückhaltend, gerade die Aussprache Adonai bezweckten. Aus diesem Jehova haben dann auch Zunfttheologen eine Art Jupiter oder jüdischen Nationalgott fabrizirt, den sie ״ihren Jehova" heißen, ihn in der Rüstung der Werkheiligkeit, des jüdischen Glaubenshasses ihren Gläubigen vorgeführt, mit pharisäischem Sauerteig zurecht gemacht, damit man vergesse, daß sie die erhabensten Lehren über Gott aus dem Judenthume, von Juden und aus hebräischen Schriften erhalten haben. Ebenso hat Prof. Erdmann im März 1869 das ״Vergessen und Vergeben" dem Gotte des Christenthums vindicirt, während schon Luthers Bibel als Quelle die drei Stellen Jesaia 43, 25, Jeremia 31, 34 und Ezechiel 33, 16 anmerkt. Sie sehen, das Vergessen greift um sich; dieses Leiden sucht insbesondere frisch Bekehrte auf, sie vergessen was Andere und was sie selber früher gesagt haben. Sonst würde Wohl auch der Verfasser des im I. 1867 in London erschienenen Buches Na880r6tü, bei der Erwähnung von Asaria de' Rosst, Raschi, Midrasch und Meir Spira (das. S. 52, 105, 159, 257), auf meine Schriften verwiesen haben. Judenhaß und Judenverachtung ist überhaupt kein Vorrecht der Orthodoxen oder der protestantischen Jesuiten; es glänzen damit Literati aller Gattungen. Grube's Geschichtsbilder sprechen von Juden nur verächtlich. In Benseler's griechischem Wörterbuche für Schulen ist tovdaiog ein Mensch der kein Schweinefleisch ißt. Weber's Lehrbuch der Weltgeschichte nennt eine biblische Geschichte mit Jehova u. s. w. Geschichte der Juden, die übrigens dort terra, incognita ist. Von jüdischen Autoren werden außer Philo und Josephus 7 des Mittelalters, 3 der neuern Zeit genannt. Von Asaria de Rosst, Bloch und Steinheim weiß dieser Jugendlehrer nichts. Aus der Antwort. ... Was Sie ferner über Unkenntniß, und theilweise gehässige Auffassung des Judenthums von Seiten der Christen sagen, ist mir ganz aus der Seele gesprochen. Um dieses Erbe einer früheren

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