Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 141 (sequence 144)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Umschau. 141 mit den abweichenden Lesarten innerhalb dieses Gebietes fehlt ganzlich. Freilich erhalten wir auch damit nur die Bürgschaft für einen Text sehr später Gestaltung. Unsere Handschriften sind sehr jung, und erst die neuaufgefundenen babylonischen reichen in das zehnte Jahrhundert hinauf, und die Maßorah, wenn auch ihren Anfängen nach höher hinaufragend, ist in der Gestalt, in welcher sie uns zugekommen, auch nicht von älterem Datum. Dennoch bieten sie zuweilen, bei einer kritischen Benützung, noch ganz umgeahnte Belehrung, und jedenfalls erlangen wir vermittelst ihrer den Text, wie er wirklich nach der Maßorah festgestellt ist, und nicht jenen, der nach ungenauen Drucken gebräuchlich ist und als maßorethischer Text cursirt. Es ist daher erfreulich, daß ein junger Gelehrter, Hr. Dr. Strack, diesem Gegenstände seine besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden begönnen hat. Er hat vorläufig ein Specimen seiner Arbeit veröffentlicht *), während die weitere Ausführung bereits dem Drucke übergeben ist. Freilich wird es dem christlichen Gelehrten recht schwer, die zu einem solchen Unternehmen nöthigen Hülfsmittel zu erlangen und zu ihrem Verständnisse vorzudringen. Die älteren Werke der Rabbinen sind ihm nicht leicht zur Hand und verlangen ein mühsames Studium, um sich ihres Inhaltes zu bemächtigen; die neueren Arbeiten jüdischer Gelehrten, zumal wenn sie hebräisch geschrieben, sind ihm ein unbekanntes Land, das erst allmälig von ihm entdeckt werden muß. Das erkennen wir auch bei dem jungen Gelehrten, der uns hier seine Erstlingsarbeit darbietet. Er hat mit unermüdlichster Emsigkeit, mit einer Hingebung, wie sie nur die reinste Liebe zur Wissenschaft verleiht, sich aufs Mühsamste nach allen Quellen umgeschaut und in deren Verständniß einzudringen sich aufs Ernstlichste bemüht. Doch wird sich auch bei ihm das alte doeendo discimus zu bewähren haben, daß er im Schreiben tiefer in den Gegenstand hineinkommt und durch Nachträge das früher Gegebene zu ergänzen in den Stand gesetzt wird, so daß vielleicht die 6ura6 p08t6rior68 die erste Grundlage überwiegen dürften. So ist z. B. dem Vfr. der wichtige 'En ha-kore des Iekuthiel, welcher 2) Prolegomena critiea in vetus testamentum Hebraicum, quibus agitur 1) de codicibus et deperditis et adhuc exstantibus, 2 de textu Bibliorum Hebraieorum qualis Taimudistarum temporibus fuerit ... Fasciculus primus. Lipsiae 1872. 29 Seiten 8.