Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 142)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Umschau. 139 über ihn mitzutheilen. Er wird dann auch Wohl angeben, was ihn dazu veranlaßt, ihn um 1200 Zu setzen, während ich in ihm einen Zeitgenossen des Moses ben Esra vermuthete und seine schriftstellerische Thätigkeit auf etwa 1133 bestimmte. — Noch eine Bemerkung sei hier hervorgehoben, auf die St. hier nochmals zurückkommt. In Betreff der Gedichtchen, welche Leon de Modena in seinem Spielbüchlein mittheilt, habe ich bereits in dieser Zeitschrift Bd. V S. 186 (vgl. 307) darauf aufmerksam gemacht, daß eines nach einer dort bezeichneten Mittheilung bereits in einer einem früheren Schriftsteller zugewiesenen Handschrift sich finde. Steinschn. hatte jedoch — worauf hier zu Nr. 4 hingewiesen wird — 6ereit3 in dem Catal. Bocil. S. 550 N. 3547 (vgl. S. 1843 N. 6468, 11) angegeben, daß jenes eine dieser Lieder, das zum Tadel des Spieles, schon 1563, also bevor Leon geboren war, gedruckt worden. Vielleicht dürfte jedoch das zweite, welches das Spiel vertheidigt, diesem zuzueignen fein. — Die drei Seiten, welche eine kurze Biographie Leon Modena's enthalten, von Jehudah Esahel bei Bene (unter 21—22 A), dürften immer veröffentlicht werden. Schließlich muß ich nochmals darauf zurückkommen, daß für denjenigen, welchem eine jede Handschrift, die noch nicht gedruckt, ja sonst nicht bekannt ist, ein werthvoller Literatur-Ueberrest ist, sich hier nicht Weniges findet, das sein Interesse zu fesseln geeignet ist und in dessen Besitz zu gelangen er sich sehnen mag. 6. März. 12. Unsere jüdischen Abgeordneten. Seit der Erkrankung des Hrn. Br. K o s ch blickt man mit einer gewissen Bangigkeit auf die Vertretung der jüdischen Bekenner im preußischen Abgeordneten - Hause. Wir verlangen sicher keine jüdische s. g. Centrums-Portei in demselben, aber wir verlangen, wie von einem jeden das Recht unbeugsam vertretenden freisinnigen Abgeordneten, so besonders von dem, welcher selbst dem jüdischen Bekenntnisse angehört, daß er auch in Angelegenheiten, welche die Rechtsgleichheit der Juden berühren, das Wort nicht scheu zurückhalte, daß er nicht schamhaft versteckt bleibe. Dem Spotte des Herrenhäuslers über die ״Semiten", der doch blos die Hülle der Furcht ist, entgeht der Jude doch nicht, mag er selbst ihn noch so sehr vergessen machen wollen. Solange Hr. Br. Kosch auf dem