Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 138 (sequence 141)
- Language
- German
- Belongs to
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138 Umschau. hirnverbrannte kabbalistische Literatur, die Masse von Sammelwerken des Aberglaubens und der Stupidität, so würden sie deren Untergang durchaus nicht betrauern. Ich bekenne mich nun unumwunden zum letzteren Standpunkte; die Sammlung, welche der von der sinnverwirrenden Kabbalah ganz umstrickte Ghirondi, seinen Lieblingsneigungen entsprechend, angelegt, kann mir demgemäß ein Interesse nicht abgewinnen. Nur Einzelnes dürfte sich in diesem trüben Schlamme emporheben, und auch dies vielleicht mehr wegen der Personen, von denen es herrührt, als wegen des bchandelten Gegenstandes. Ich halte es für Pflicht, es aus seiner Umgebung herauszuheben und es der Aufmerksamkeit zu empfehlen. In Nr. 24 befindet sich eine kleine philosophische Schrift Elia bei Medigo's, die er trotz dem Drucke der Zeiten, über den er mehrfach klagt, aus Anregung des Grafen Johann Pico de Mirandola ausgeführt, in der er zugleich seine treue Anhänglichfeit am Judenthume betheuert. Sie ist eine Abschrift aus dem bei der Familie Treves in Venedig befindlichen Autograph und ist unedirt. Nr. 25 enthält ״Gedichte von Asarja de Rossi an Abr. b. Jehuda (unbekannt)׳'. Asarja's Kraft besteht nun zwar nicht in seiner dichterischen Begabung, doch bleibt von einem solchen Manne Alles der Beachtung Werth. — In Nr. 45 ist ein Blatt: ״Immanuel b. Sal. b. Jekutiel. כתב, Brief an Hillel [6. Samuel? j beg. und schließend mit 2 Distichen (זנלן־ הרע תבוכת איש גרע u. פוס היזכוכית זך וזך היין־), ans. אל חבהל על פיך. Unbekannt. Vfr. ohne Zweifel der berühmte Dichter (vgl. H. B. X, 100)". In demselben Bande befindet sich noch ferner ein halbes Blatt ״Jakob ben Elasar [um 1200?], Einleitungsgedicht zur Uebersetzung von ס' כלילה ודנלנה, unbekannt." Auf Jakob b. Elasar, der als Grammatiker nicht Unverdienstliches geleistet zu haben, weniger glücklich in seinen dichterischen Versuchen gewesen zu sein scheint, doch jedenfalls zu den in seiner Zeit sehr regsamen Geistern gehört hat, habe ich Wohl zuerst (1856) eingehend hingewiesen in der Biographie David Kunchi's (Ozar nechmad II S. 159 ff.). Seitdem ist noch manche vereinzelte Nachweisung über ihn gegeben worden; wir erfahren nun (vgl. oben S. 122 Anm. 1), daß er sich auch an die Uebersetzung jenes den gesummten Orient wie mit poetischem Zauber bewältigenden Fabelbuches Kalilah Wa-Dimnah gewagt. Dem Vernehmen nach hat Steinschn. noch manche andere schriftliche Denkmale von ihm erhalten, und ist er im Begriffe Ausführlicheres