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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1872-01-01 · 1-2 (1872) · p. Seite 136

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
10 (1872)
Issue
1-2 (1872)
Date
1872-01-01
Page
Seite 136 (sequence 139)
Language
German
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136 Umschau. niren. Hr. L. kennt sogar unfern Dichter Pedahel noch genauer; ״er ist, sagt er, ohne Zweifel die in Nehem. 8, 4 als Zeitgenosse Esra's erwähnte Person, der eine hohe Stellung in der Gemeinschaft jener Zeit einnahm." Nun aber kommt in dem angegebenen Verse gar kein Pedahel vor, wie diesen Namen überhaupt nur der Pentateuch kennt. Ein!פדיה wird dort genannt, der neben zwölf andern Männern den Esra bei dem Vorlesen aus der Thorah umgab; weiter wissen wir nichts von ihm. Indem nun seltsamer Weise Hr. L. aus diesem Pedajah einen Sänger Pedahel, den Vfr. von Ps. 25, macht, meint er, Pedajah sei Wohl dessen Bruder und Vfr. von Ps. 34 gewesen! Man begreift kaum, wie nüchterne Forscher auf solche seltsame Vermuthungen verfallen und diese als unbedingte Wahrheiten aufstellen können! Wären übrigens die Akrosticha schon von Psalmisten angewendet worden, so würden wir ihnen sicher auch in den ältesten liturgischen Stücken schon begegnen; allein diese kennen nur Alfabethe, die ganze thalmudisch-midraschische Literatur hat keine Ahnung von Akrostichen, und erst mit dem neunten Jahrh. kommen sie in Aufnahme! 5. Jan. 1872. 10. Die seltsame Schreibung von 'דלה Deut. 32, 6. Ueber die Entstehung der Seltsamkeit, in dem Worte 'הלה Deut. 32, 6 das erste He abzutrennen und es noch dazu durch größere Form auszuzeichnen, ist das Ausreichende bereits in dieser Ztschr. Bd. III S. 89 f. gesagt worden, und ist sie von ihrem ersten Ursprünge an, der Andeutung im jerusalemischen Thalmud, durch die verschiedenen Phasen, welche sie durchlaufen, begleitet worden. Hr. Gr ätz in seiner Monatschrift (1872 S. 8 ff.) hat, mit Jgnorirung meiner Mittheilungen wieder einmal nachträglich die neue Entdeckung gemacht; sein Eigenes besteht nur darin, daß er den Gegenstand breit tritt und sonstige Abenteuerlichkeiten, wie die Behauptung, daß ben Ascher ein Karäer gewesen, auf diesen Gegenstand überträgt und das Ganze mit weiteren Willkürlichkeiten verbrämt. Für den verständigen Leser genügt diese Andeutung. 18. Jan. 1872. 11. Ein Catalog. Wiederum ist ein ״Catalog hebräischer Handschriften, größten Theils aus dem Nachlaß des Rabb. M. S. Ghirondi (gest. 1852),

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