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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1872-01-01 · 1-2 (1872) · p. Seite 135

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
10 (1872)
Issue
1-2 (1872)
Date
1872-01-01
Page
Seite 135 (sequence 138)
Language
German
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Umschau. 135 Gebrauch, welchen jüdische Paitanim von dieser Sitte machen, bezeugt deren alt verbreitete Herrschaft; so zeichnen sich Jannai und Elasar ben Kalir, die spätestens in der ersten Hälfte des neunten Jahrhunderts gedichtet haben, regelmäßig in ihren Dichtungen akrostichisch. Die Anfänge der neuhebräischen liturgischen Dichtung sind, wie Luzzatto schon richtig erkannt hat, unter dem Einflüsse syrischer Bildung in Palästina und Babylonien entstanden und haben die dortigen Dichtungssormen als Muster befolgt. Ist ja sogar der Gebrauch des Kunstausdrucks חלז für ״in Verszeilen ordnen" dem Syrischen entlehnt." Durch diese meine Bemerkungen angeregt, glaubte Hr. Prof. Bickell in seinem 60n8x6etu8 rei Syrorum literariae das Auffinden von Akrostichen nicht blos bei Efräm weiterführen, sondern sie auch auf die Psalmen übertragen zu dürfen. Einen Verfassernamen in diesen so angedeutet gefunden zu haben, behauptet zwar Hr. B. nicht, Wohl aber daß ganze Sätze so auf die Anfänge der Verse vertheilt sind. So findet er in Ps. 14 das Akrostichon איה, wo ist Gott? als Frage des thörichten Ungläubigen; allein ist denn der Gebrauch von דשם für Gott biblisch?^ Ps. 18 soll ״vielleicht" das Akrostichon darbieten אשא תך בי יד, ich ertrage Gewaltthat in mir, o Gott, Ps. 26 die Worte: לב כד שאלי אארר, das Herz aller derer, die wich verlangen, werde ich erleuchten. Abgesehen davon, daß, ׳um das Akrostichon in dem letztgenannten Psalm herauszubring^n, die!Überschrift לדוד als ächt mit hinzugenommen werden muß, braucht es einem Jeden, der hebräisches Sprachgefühl hat., nicht erst bewiesen zu werden, daß ein alter hebräischer Dichter solche Sätze nicht beabsichtigt haben kann. Was Prof. Bickell noch nicht unternommen, das hat jedoch Hr. SPr^ Paul de Lagarde mit frischem Muthe versucht, er hat, wie er in der Academy vom 1. Januar sagt, am 6. Dec. V871 ״einen Psalmisten entdeckt", ״zum ersten Male den wahren Namen eines Psalmisten ans Licht gebracht." Ps. 25 nämlich hat nach dem Alfabethe noch einen überschüssigen Vers, und zwar V. 22, welcher beginnt פדד אלדים , darin findet Hr. L. den Namen des Vfrs. פדדאל angedeutet; desgleichen hat Ps. 34 einen überzähligen, und in dessen Anfang 'פודד ד findet H. L. den Namen פדדיד, einen Namen, den Hr. L. wenigstens zu פדיה hätte abkürzen sollen, da er mit dem He in der Mitte gar nicht vorkommt, und wäre es ihm ja ebenso leicht gewesen, das He wie das Wav zu elimi-

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