Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 137)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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134 Umschau. bild gefunden haben; sie scheinen darin originell zu sein, jedoch keinen häufigen Gebrauch davon gemacht zu haben. Gelehrige Schüler haben sie auch darin an den Juden gefunden, welche glerchfalls das s. g. neben dem :אב anwenden, freilich gleichfalls jenes seltener als dieses. Das älteste ״Thaschrak" in der jüdischen Liturgie dürfte sich im Anfänge des Mußafgebetes für den Sabbath finden, welchen bereits Amram Gaon (iw 9. Jahrh.) kennt, wo die einzelnen auf einander folgenden Worte, welche beginnen: תכנת (ת^ת) עגבת, so geordnet sind. Die späteren Paitanim wendeten diese Kunstform, meistens jedoch, wie bei Efräm, im Anschlüsse an ein vorausgegangenes regelrechtes Alfabeth, hie und da an. Von den mit feinem Kunstsinn begabten und mehr arabischen Mustern folgenden Spaniern findet sich sicher dieses Verfahren äußerst selten angewendet, wenn es überhaupt unter ihnen Vorkommen sollte; sie haben sogar, und wahrscheinlich wegen deren Künstlichkeit, die ganze Formel תכנת כתנת, trotz ihrem Alter und trotz der für ihre Liturgie sonst maßgebenden Autorität Amram's, vollständig beseitigt. — Das ״Thaschrak" erweist sich, bei all seiner Künstlichkeit, doch als eine auf demselben Principe beruhende Weiterführung, als eine verschnörkelte Anwendung der alfabethischen Strophen. Ein ganz Anderes ist es mit noch einer andern ganz neuen Kunstform, für die, soviel ich weiß, die Syrer kaum Vorgänger gefunden haben dürften; der Ruhm, wenn es ein solcher ist, dieselbe zuerst eingeführt zu haben, kann ihnen Wohl nicht streitig gemacht werden, ich meine: die Anwendung des Akrostichon für den Namen des Verfassers. Griechen und Römer kannten zwar das Akrostichon als ein Spiel mit Worten, die sie unter scheinbarer Hülle hervorheben wollten; in späterer Zeit, auch unter uns, wird es zuweilen angewandt, um den Namen dessen, an welchen das Gedicht gerichtet oder dem es gewidmet ist, an den Spitzen der Strophen erglänzen zu lassen. Daß jedoch der Dichter seinen eignen Namen an die Anfänge seiner Verszeilen setzt, dessen Buchstaben somit in gewissem Sinne zu den Grund- und Ecksteinen des Gedichtes macht, das ist, soviel mir bekannt, von den Syrern zuerst in Anwendung gebracht und haben sie darin, mit Ausnahme der jüdischen Paitanim, nur spärliche Nachahmung gefunden.^ Nachdem nun das Vorkommen der Akrosticha bei Efräm durch zahlreiche Beispiele belegt worden, schließe ich dann: ״Der starke