Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 136)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2420973-2421013-2421014--3052-2423902- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
Umschau. 133 den dortigen Vers anders erkläre als er es hier thut; es gehört jedoch dieser Widerspruch wiederum zu den Beweisen, daß der unter dem Namen Raschi's gedruckte Commentar zu Esra-Nehemia demselben nicht angehört, wie dies bereits in Ozar nechmad IV, 44 und Ztschr. der Deutschen morgenländischen Gesellschaft XVIII, 657 f. nachgewiesen ist. Diese wenigen Bemerkungen mögen genügen, die Aufmerksamkeit auf ein Buch zu lenken, das, wie es scheint, noch nicht die genügende Beachtung gefunden. 29. Aug. NS. vom 1. Dec. Soeben erst erhalte ich die Mai-Juni- Nummer der hebr. Bibliographie von Steinschneider, worin ich S. 75 für den Commentar Abraham b. David-Hillel auch die Hinweisung auf Bukrat finde. 9. Akrosticha in den Psalmen? In der Zeitschrift der Deutschen morgenländischen Gesellschaft Bd. XXI (1867) S. 469 ff. habe ich auf das bis dahin übersehene Moment aufmerksam gemacht, daß der syrische Kirchenvater Efräm (im 4. Jahrh.) ״für eine ziemlich große Anzahl von Liedern, nach dem Vorgänge mehrerer Psalmen und der Klagelieder in der hebräischen Bibel, die Kunstform gewählt hat, die Strophen nach der Reihenfolge des Alfabeths zu ordnen." Nachdem der ausreichende Beleg dafür gegeben, fahre ich dann fort: ״Wenn wir daher in den ältesten jüdischen liturgischen Dichtungen, die noch des Reims entbehren, also von arabischen Mustern unabhängig sind, mit Vorliebe die alfabethische Strophenfolge angewendet sehen, so ist dies allerdings, da schon die Bibel mit dem Beispiele vorangegangen, sehr natürlich; dennoch werden wir mit Recht das Muster vorzugsweise in dem herrschenden Geschmacke der Syrer finden, den sie nachahmten. Umsomehr als, wie wir sogleich sehen werden, die Juden auch da den Syrern gefolgt find, wo die Bibel keine Beispiele bietet, die Syrer vielmehr, wie es scheint, sich diese Kunstform selbst ersonnen haben. Außer den Gedichten nämlich, deren Strophen nach dem Alfabethe in seiner regelmäßigen Folge geordnet sind, begegnen wir auch bei Efräm einem Gedichte, dessen Strophen die umgekehrte Ordnung befolgen, d. h. mit Thav beginnen und mit Olaf schließen... Diese Kunstform kennt die Bibel nicht, und ich bezweifie sehr, ob die Syrer darin irgendwo ein Vor-