Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 123 (sequence 126)
- Language
- German
- Belongs to
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Umschau. 123 weist die völlige Werthlosigkeit des Buches: Notices of the Jews by the Classical Writers of Antiquity: being a Collection of Facts and Oxinions from the Works of Ancient Heathen Anthors previous to A. D. 500, nach, indem dessen Vfr., John Gill, sich der gröbsten Unkenntniß und der seltsamsten Mißverständnisse schuldig gemacht hat. 21. August. 4. Hitzig über Koheleth. In Hilgenfeld's ״Zeitschrift für wissenschaftliche Theologie" S. 566 ff. des diesjährigen Bandes (XIV) hat Hitzig einen kurzen Aufsatz mitgetheilt: Zur Exegese und Kritik des Buches Kohelet. Indem in demselben die Behauptung, daß ״Koheleth" Herodes bedeute, das Buch daher unter seinem Namen und in seiner Zeit abgefaßt sei, nach Gebühr abgefertigt wird, wird auch die Annahme abgewiesen, daß die letzten Verse (von 9 oder V. 11 an des letzten Capitels) von den Sammlern des Kanons hinzugefügt seien, um mit ihnen nicht blos das Buch Koheleth, sondern die ganze dritte Abtheilung der biblischen Bücher, die Hagiographen, abzuschließen. Diese Annahme entlehnt Grätz dem Werke Nachman Krochmal's, und dieser hatte eine Deutung, wie sie der Midrasch dem V. 12 in spielender Weise anschließt, herbeigezogen, um deren Inhalt zu verwerthen, welcher, auch losgelöst von der eigenthümlichen Anlehnungsmethode, seine Bedeutung behält. Ueber diese Annahme nun läßt sich streiten. Mir bleibt dieselbe in der einschränkenden Anwendung, welche ich ihr in dieser Ztschr. Bd. IV S. 10 Anm. gegeben habe, sehr wahrscheinlich. Die Hand Späterer, welche sich überhaupt thätig zeigte in leiser Umgestaltung der Worte Koheleth's, um ihnen den scharfen Stachel des Zweifels an aller freudig religiösen Sicherheit zu benehmen, hat zum Schluffe auch diese Milderung für nothwendig gehalten und für den Verfasser den richtigen Punkt zur Beurtheilung aufzustellen, ihm den günstigsten Platz, von dem aus er betrachtet werden müsse, auszuwählen, zugleich aber einen jeden Mißbrauch seiner pikanten und untergrabenden Bedenklichkeiten zu verhüten versucht. Jedoch, wie gesagt, darüber kann man abweichender Ansicht sein; aber es berührt unangenehm, wenn Hitzig sich alsbald bemüßigt sieht, von dem Verfahren des Midrasch, der hier höchstens als eine Urkunde für die zu seiner Zeit noch lebendigen Erinnerungen beigebracht werden soll, die ab-