Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 127)
- Language
- German
- Belongs to
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124 Umschau. gegriffene Schablone zu gebrauchen, er klügle mit echt rabbinischem Aberwitze heraus (S. 573). Solche Redensarten sollten längst aus der wissenschaftlichen Darstellung geschwunden sein. Das Wesentlichste, was Hitzig in dem Aufsatze betont, ist die Auffassung der Verse 13—16 in Cap. 4. Er bezieht den Jungling ״unbemittelt und klug" auf David, den ״alten und thörichten König, der sich fürder belehren zu lassen nicht weiß", auf Saul, das בית האסורים ist ihm ein '״ בית תםdas Heim der Entwichenen"; es sind 'die Entfremdeten wie Jer. 2, 21. 17, 13, Leute, ״die unter Zwang oder freiwillig aus dem Volke, aus der Gesellschaft ausgeschlossen sind wie Nicht. 11, 3. 1 Sam. 22, 2". אשד היה לפכיהם übersetzt er: ״an deren Spitze er war", denen er Vorstand, und גם האחרוכים heißt ״doch die Späteren". David, sagt nämlich der Vfr., welcher das ganze Reich zusammenfaßte, dem das ganze Volk Folge leistete, mußte doch in seinen späteren Tagen Abfall und Widerwärtigkeiten erfahren, indem die Jüngeren ״sich seiner nicht erfreuten", sich wider ihn empörten. Diese Erklärung der Stelle hat viel Ansprechendes und verdient Beachtung. 21. August. 5. Nath an Coronel. Unter den reisenden Jerusalemern, welche zumeist die romantische Schwachmüthigkeit des jüdischen Publicums theils für persönliche theils für haltlose dortige öffentliche Zwecke ausbeuten, ragen Einige hervor, welche — wenigstens neben diesen unfruchtbaren Unternehmungen — als gelehrte Männer die Vermehrung der Literaturkenntniß vermitteln und selbst bewerkstelligen. Ich brauche, um den Bekanntesten und Verdienstvollsten zu nennen, nur an Chajim Joseph David Asul ai zu erinnern, der durch seine bibliographischen Wörterbücher Schem ha-gedolim und Wa'ad la-chakhamim reiche Belehrung geliefert hat und noch immer als zuverlässige Quelle benützt wird. Auch der gelehrte Nathan Coronel gehört zu dieser Clässe von Jerusalemern, dessen Leistungen, soweit sie mir bekannt, wir uns daher kurz vergegenwärtigen mögen. Schon im I. 1854 erschien von ihm in Wien ״Beth Nathan", eine Variantensammlung zum babylonischen Tractate Berakhoth nach einer alten guten Handschrift, die, anspruchloser auftretend als das Werk von Rabbinowicz, sehr Verdienstliches beibrachte und einsichtsvoll verwerthete. Einen Anhang bildeten die