Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 118)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Umschau. 115 weis der talmudisch-midraschischen Entlehnungen der Adamslegende aus der Wmasage und der Meshiasage", so treffen wir, wie gesagt, auf die von Sch. bereits vorgebrachten angeblichen Analogien, die etwas vermehrt und weiter ausgeführt sind. Und da bemerken wir eine Abhängigkeit von Sch. nicht blos in den wenig schlagenden einander gegenübergestellten Sätzen, sondern auch in einzelnen Irrthümern und Wendungen. So soll sich die Bezeichnung Aima's als des Schönen wegen des von ihm ausgehenden Glanzes mit der thalmudischen Darstellung, Adam habe einen strahlenden Glanz gehabt, gewissermaßen decken, und wird unter andern Stellen, wie von Sch., die Stelle Chagigah 12a angeführt: אור עגברא ה^בה ביום א אדם :צרפה־ ונלביט בר מהרף העולם ער סופר, und demgemäß übersetzt sie Hr. K. (S. 73 vgl. S. 87): ״mit dem Lichte, das Gott am ersten Tage schuf, schaute Adam von einem Weltende bis zum andern". Nun ist aber in dieser Stelle nicht von dem Strahlenglanze, der von Adam ausging, sondern von dem am ersten Tage geschaffenen Lichte die Rede, ja es wird dort überhaupt Adam garnicht genannt. Dort nämlich wird der Widerspruch zwischen der Schöpfung des Lichtes am ersten Tage und der der Himmelsleuchten am vierten in der Weise gelöst, daß am ersten Tage ein Licht von weit größerer Intensität geschaffen worden, da aber Gott erkannt habe, die Menschen seien dessen nicht würdig, habe er es verborgen für die Frommen in der kommenden Welt und am vierten Tage andere minder stark leuchtende Lichter geschaffen. Darauf heißt es dann, daß das am ersten Tage geschaffene Licht so stark sei, daß ein Mensch, d. h. man, damit von einem Weltende bis zum andern sehen könne, nicht aber daß ״Adam geschaut habe". Daß der angegebene Sinn der einzig mögliche ist, liegt für jeden Sachkundigen auf der Hand, und beide Herren sind blos durch ihre vorgefaßten Meinungen davon abgeirrt. Ich mache zur Begründung nur auf folgende zwei Umstände aufmerksam. Dem Inhalte nach kann gar nicht von Adam die Rede sein, da von dem Lichte gesprochen wird, welches schon vor dem vierten Tage zurückgezogen worden, während Adam erst am sechsten geschaffen wird. Sprachlich aber dürfte bei der von Sch. und K. angenommenen Auffassung, nicht das Participium, das dauernde Präsens ausdrückend, stehn, sondern müßte das Präteritum gebraucht werden: צפה והביט oder היה צופה. Nicht viel besser steht es mit einer andern Vergleichung, für die wiederum Sch. Führer war, bei der aber Hr. K. noch etwas 3*