Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 109 (sequence 112)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Kohut, persische Penlateuch-Uebersetzung. 109 Tavus nahe liegenden Quellen eine nur ganz entfernte Beziehung. Darauf in einer Anzeige dieser späten persischen Pentateuch-Uebersetzung einzugehn, bietet sich eigentlich keine Veranlassung. Jedoch wollen wir gern der Wahrnehmung Ausdruck geben, daß Hr. K. sich auf dem Gebiete der Forschungen über die alten Uebersetzungen recht bewandert zeigt und mit Einsicht die neueren Ergebnisse zu verwerthen weiß. In dessen Anerkennung möge daher hier Einzelnes berichtigend und anschließend näher besprochen werden. Indem ich Untergeordnetes, dem Sachkenner, auch dem Hrn. Vfr. sicher bei nochmaliger Prüfung Selbstverständliches, wie zu weit Führendes bei Seite lasse, will ich nur auf Einiges aufmerksam machen, von dem ich glaube, daß es in kurzer Angabe die Einsicht fördern mag. Wenn z. B. Tavus רקיע mit einem perfischen Worte wiedergiebt, das ״Vorhangs bedeutet und das er sonst auch für פרכת und קלעים setzt, so bemerkt Hr. K. (S. 45 f.) richtig, daß ihm dabei das thalmudische רילרן, velum, vorgeschwebt habe. Auch das thalm. פרגוד ist hierher zu ziehen. — Was der Vfr. S. 47 damit sagen will, die sam. Uebersetzung, die Peschito und Tavus hätten Gen. 14, 20 בלעפגר מעלו genommen, begreife ich nicht, da ja alle drei das Wort hier ganz so wiedergeben wie sonst wo es vorkommt. Es scheint, daß der noch von ihm angeführte Onkelos, der allerdings — übereinstimmend mit und sicher abhängig von dem jerus. Tharg. I — hier abweichend von sonst übersetzt, ihn auch bei den Andern eine solche nicht vorhandene Abweichung aufsuchen ließ. Jerus. Tharg. I und Onk. nehmen nämlich sonst das hebr. כלעשר auch in ihre Uebersetzung buchstäblich auf, setzen jedoch hier dafür חד נ?ן עהרא. Das hat seinen bestimmten Grund. Es ist den Alten auffallend, wie Abraham dem Malkhizedek einen Levitenzehent geben konnte; war derselbe auch ein ״Priester dem höchsten Gotte", war er selbst nach der Haggadah der alte Sem, so war ja der geheiligte Levitenstamm noch nicht vorhanden, das Zehnteninstitut noch nicht festgestellt, Malkhizedek zur Empfangnahme einer solchen Levitengabe gar nicht berechtigt. Die Thargume nahmen daher בלעעגר nicht in der gewöhnlichen Bedeutung von ״Levitenzehent", sondern es soll blos gesagt werden, er habe ihm den zehnten Theil von Allem, nämlich von der wieder abgenommenen Beute (כלכל כלח דאתיב, wie jerus. Tharg. hinzufügt, vgl. V. 14), abgegeben als ein Geschenk, nicht aber als pflichtmäßige Levitengabe. Allein Tavus denkt ebensowenig an diese Auskunft wie