Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 108 (sequence 111)
- Language
- German
- Belongs to
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108 Recensionen. meidung der Anthropomorphismen und Anthropopathien, 15. Vermeidung indecenter Ausdrucksweise, 16. Berücksichtigung der Halacha, 17. Spuren aggadischer Auslegung in ihr, und 18. Tavus' Verhältniß zur Maßorah. Der zweite Theil bespricht nach einer Vorbemerkung 1. die Uebereinstimmung der Tavus'schen Uebersetzung mit der des Onkelos, 2. deren paraphrastische Uebersetzungsweise, 3. die Benützung des jerusalemischen Targum, 4. Uebereinstimmung mit Saadia, und zwar 5. auch mit Saad. in seiner Abhängigkeit von Onkelos, 6. Benützung des Raschi-Commentars, 7. desgleichen dessen von Aben Esra, und wiederum 8. auch insofern als dieser von Onkelos abhängig ist. Endlich beschließen Zusätze, Berichtigungen und Register das Buch. Man ersieht schon aus der einfachen Wiedergabe des Inhalts- Verzeichnisses, daß ein sehr großer Luxus mit einem durchaus nicht hierher gehörigen gelehrten Apparate getrieben wird; ist einmal nachgewiesen, daß Tavus der Mitte des 16. Jahrhunderts angehört, von bekannten jüdischen Vorgängern abhängig ist, so wissen wir, daß er in deren Wegen geht, und es ist nichts Besonderes über sein Verfahren zu sagen, wenn nicht etwa über seinen sprachlichen Jargon, den er noch durch wörtliches Andrängen an den hebräischen Buchstaben verschlechtert. Besonders ausfallen muß, wenn das Verhältniß eines jüdischen Rabbi aus dem 16. Jahrh. von sonst ganz dunkler Existenz zur Maßorah auf acht Seiten besprochen wird. In der That finden wir auch da nichts Anderes als was wir von vorn herein gar nicht anders erwarten können, daß nämlich Tavus durchgehends, vielleicht mit einer einzigen Ausnahme, in der er Früheren folgt, das Keri wiedergiebt, daß er etwa einige Male ein ״und" dem Texte hinzufügt, anderswo es zurückläßt und dgl., und schließlich erfahren wir gar als ״Verhältniß zur Maßorah", daß die Polyglotten-Ausgabe zuweilen von der Constantinopler in der Capitel-Eintheilung abweicht, was ebensowenig Tavus angeht wie die Maßorah. welche die aus christlichen Schriften übergetragene Capitel-Eintheilung gar nicht kannte! Was wir aus der Inhaltsangabe nicht erfahren, ist, daß bei den hier angestellten Untersuchungen immer sämmtliche alte Uebersetzungen, zumal die 70, die andern Griechen, der Syrer, der samaritanische Text und dMen Uebersetzer mit herangezogen werden; sie alle hat jedoch Tavus nicht gekannt, sie haben auf ihn nicht eingewirkt, und ihre Besprechung an diesem Orte hat bei den für