Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 110)
- Language
- German
- Belongs to
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Kohut, persische Pentateuch-Uebersetzung. 107 ich muß bekennen, daß Hr. K. des Guten in einer alles Maß übersteigenden Weise zu viel gethan hat, daß sich bei seiner Arbeit die alten Sprüche: הל דבלוהיף גורע und כל יתר הכטול דבלי nur zu sehr bewähren. Eine knappe Zusammenfassung der Momente, die es wahrscheinlich machen, daß Tavus dem 16. Jahrhunderte angehörte, eine Auswahl schlagender Stellen, die seine Abhängigkeit von Onkelos, Saadias, Raschi, Aben Esra und der ganzen geläufig gewordenen jüdischen Auffassung Nachweisen, würde das Resultat in einer etwa drei Bogen füllenden Abhandlung schlagend dargelegt haben. Durch die mächtige Anschwellung, welche das Buch zum Umfange von nahe an 25 Bogen ausgedehnt hat, wird die Klarheit des Urtheils getrübt. Schon die Ausführlichkeit der Behändlung giebt dem Tavus'schen Werke eine Bedeutung, die es nicht verdient, die von allen Seiten her zusammengerufenen alten Uebersetzer lassen Tavus als einen Ebenbürtigen erscheinen, als welcher er doch nicht betrachtet wird, und überhaupt verschwimmen die hierher gehörigen Bemerkungen in der Masse des zusammengetragenen fremdartigen Stoffes. In der That läßt sich auch Hr. K. selbst verleiten, der Uebersetzung, deren Werthlosigkeit er selbst nachweist, höheren Werth beizulegen als ihr innewohnt, 'und er versteigt sich gar zur Behauptung, dieselbe ״bleibe für die Textkritik nicht ganz resultatlos" (S. X)! Bevor wir jedoch unsere kurzen Bemerkungen über diesen Punkt wie über Anderes mittheilen, wollen wir zuvörderst dem Leser eine Uebersicht über den Inhalt des Buches nach deffen Eintheilung geben. Es zerfällt in zwei Theile. Der erste handelt nach einem längeren Vorworte 1. von den alten Bibelversionen im Allgemeinen, 2. von den persischen Bibelversionen im Allgem. und der Tavusscheu im Besondern, giebt 3. die geschichtliche Begründung der aufgestellten Behauptung über die Abfassungszeit der Tavus'schen Pentateuch-Uebersetzung, bespricht 5. den Genius derselben mit Proben aus ihr, 6. deren grammatische, 7. deren sachliche Eigenthümlichkeiten, 8. sinngemäße Uebersetzung darin, 9. Mißverständnisse und Unrichtigkeiten, 10. Hebraismen, 11. unübersetzte Stellen, 12. Jnconsequenzen, 13. auszufüllende Lücken, 14. Gebrauch von Euphemismen, Ver- Jahrhundert, von der es sehr gleichgültig ist, ob sie in persischem oder in jüdisch-deutschem Jargon abgefaßt ist. Hr. K. brauchte sich darüber S. XI nicht zu wundern.